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Lautarchiv

Allgemein
BezeichnungLautarchiv
UniversitätHumboldt-Universität zu Berlin
UniversitätsortBerlin
Museums- und SammlungsartEthnologie & Kulturanthropologie
Museums- und SammlungsformSchallarchiv
SammlungsschwerpunktEthnologie · Musikwissenschaft · Philologie · Sprechwissenschaft
Externe Links
AdresseHumboldt-Universität zu Berlin
Kultur-, Sozial- und Bildungs­wissenschaft­liche Fakultät
Institut für Musikwissenschaft und Medienwissenschaft
Am Kupfergraben 5
10099 Berlin
ÖffnungszeitenDienstag 10-13 Uhr und nach Vereinbarung
Kontaktlautarchiv@hu-berlin.de
Telefon: +49 (0) 30 2093 5875

Prof. Dr. Sebastian Klotz
sklotz@hu-berlin.de
Telefon: +49(0) 30 2093 2347

PD Dr. Britta Lange
britta.lange@culture.hu-berlin.de
Telefon: +49 (0) 30 2093 66260

Michael Willenbücher (Digitales Sammlungsmanagement)
kabinette@hu-berlin.de
lautarchiv@hu-berlin.de
michael.willenbuecher@hu-berlin.de
Telefon: 030 2093 99969
BeschreibungDas Lautarchiv verfügt über ca. 4.500 Schellackplatten aus eigener Aufnahmetätigkeit (2/3 Sprach-, 1/3 Musikaufnahmen) aus den Jahren 1915-1944. Hinzu kommen ca. 3.000 Platten in Form von Dubletten und Ankäufen. Dokumentationsmaterial ist ebenso vorhanden. Des Weiteren gibt es ca. 180 Wachswalzen, 150 Gelatineplatten, 150 Tonbänder (überwiegend Sprachstudien) sowie technische Geräte aus der Geschichte der Schallaufzeichnung und -analyse.

Sie enthalten vornehmlich Stimmportraits berühmter Persönlichkeiten des Deutschen Kaiserreichs sowie der Weimarer Republik und dokumentieren, unter anderem in sensiblen Tonaufnahmen aus Lagern des Ersten und Zweiten Weltkriegs, eine Vielzahl von Sprachen und Mundarten. Das Lautarchiv gehört zu den frühesten Schallarchiven Europas und zeichnet sich durch seinen Schwerpunkt auf phonetischen und linguistischen Interessen aus. 
Stand der InformationenMärz 2012
  
Bestände
Objektgruppen
Stand der ErschließungSeit 1999 wird an der systematische Erschließung des Bestandes und der Digitalisierung der historischen Aufnahmen gearbeitet.

"Lieder der Sehnsucht. Koreanische Stimmen aus Berlin vom Anfang des 20. Jahrhunderts" (National Gugak Center, Seoul, 2014). CD-Edition mit wissenschaftlicher Kommentierung (214 Seiten; dt./engl./kor.) der koreanischen Aufnahmen im Berliner Phonogramm-Archiv des Ethnologischen Museums und Lautarchiv der Humboldt-Universität zu Berlin. 
Bedeutende Teilbestände
  • Sammlungen von Aufnahmen unter der Leitung von Wilhelm Doegen (1877-1967)
  
Geschichte
Ereignisse
  • 1920 Begründung als akademische Sammlung oder Institution
Personen
GeschichteDas Lautarchiv wurde am 1. April 1920 als Lautabteilung an der Preußischen Staatsbibliothek gegründet. Initiator und erster Direktor war der Gymnasiallehrer und Sprachwissenschaftler Wilhelm Doegen. Den Grundstock des Archivs bildete zunächst eine Sammlung grammophonischer Aufnahmen, die während des Ersten Weltkrieges unter Federführung der Königlich Preußischen Phonographischen Kommission und unter maßgeblicher Beteiligung Wilhelm Doegens in deutschen Kriegsgefangenenlagern entstanden war und die Sprach- und Musikaufnahmen in rund 250 Sprachen umfasste.

Des Weiteren wurde eine seit 1917 gemeinsam von Wilhelm Doegen (1877-1967) und dem Chemiker Prof. Dr. Ludwig Darmstaedter (1846-1927) an der Preußischen Staatsbibliothek aufgebaute Sammlung von Stimmportraits berühmter Persönlichkeiten des frühen 20. Jahrhunderts in den Bestand übernommen.

Ab 1922 begann die Lautabteilung mit einer eigenständigen Sammeltätigkeit, deren vorrangiges Ziel in einer umfassenden Dokumentation deutscher Mundarten bestand. Aber auch Aufnahmen fremder Sprachen und Dialekte wurden weiterhin angefertigt, sofern sich die Möglichkeit dazu bot. Vereinzelt wurden auch gezielte Aufnahmeexpeditionen ins europäische Ausland unternommen, so etwa nach Lettland, Irland und in die Schweiz.

1934 wurde die Lautabteilung als Institut für Lautforschung an die Berliner Universität überführt. Die Leitung übernahm der Afrikanist und Phonetiker Diedrich Westermann, der das Institut in eine wissenschaftliche Lehr- und Forschungseinrichtung für Phonetik umwandelte. Fortan unterteilte sich das Institut in eine linguistische Abteilung, eine Musikabteilung und ein phonetisches Laboratorium. Die wissenschaftlichen Sprachaufnahmen und die Stimmaufnahmen berühmter Persönlichkeiten wurden fortgeführt. Als zusätzliche Aufgaben kamen die Erteilung phonetischen Unterrichts und die Herstellung von Sprachplatten für den Deutschunterricht hinzu. Während des Zweiten Weltkriegs wurden wieder Sprach- und Musikaufnahmen in deutschen Kriegsgefangenenlagern durchgeführt, allerdings nicht mehr in demselben Umfang, wie im Ersten Weltkrieg.

Nach dem Zweiten Weltkrieg arbeitete das Institut unter wechselnden Bezeichnungen weiter, bis es 1969 seine Eigenständigkeit einbüßte und als Abteilung Phonetik/Sprechwissenschaft in der Sektion Rehabilitationspädagogik und Kommunikationswissenschaft der Humboldt-Universität aufging.

Heute gehört das Lautarchiv zum Musikwissenschaftlichen Seminar der Humboldt-Universität und wird zurzeit nicht betreut. 
ArchivalienFindbuch aus dem Archiv der Humboldt-Universität zu Berlin: Institut für Lautforschung (1920 - 1945), Berlin 1971.

Aktennummer 250 Band 1, Geheimes Staatsarchiv Preußischer Kulturbesitz, bearbeitet von Kirsten Bayer. 
  
Publikationen
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Modelle
Modell der Funktion der Stimmbänder
Modell der Funktion der Stimmbänder
Modelle von Lebewesen und biologischen Systemen
Modell eines Kopflängsschnitts des Menschen
Modell eines Kopflängsschnitts des Menschen
Modelle von Lebewesen und biologischen Systemen

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