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Mori-Ôgai-Gedenkstätte

Allgemein
BezeichnungMori-Ôgai-Gedenkstätte
UniversitätHumboldt-Universität zu Berlin
UniversitätsortBerlin
Museums- und SammlungsartKulturgeschichte & Kunst
Museums- und SammlungsformMemorialeinrichtung
SammlungsschwerpunktJapanologie
Externe Links
AdresseHumboldt-Universität zu Berlin
Mori-Ôgai-Gedenkstätte
Luisenstraße 39
10117 Berlin
ÖffnungszeitenMo-Fr 10 - 14 Uhr Eintritt: 3 Euro Ermäßigt: 2 Euro Kinder bis 12 Jahre und HU-Studierende frei
KontaktDr. Harald Salomon (Wissenschaftlicher Leiter)
harald.salomon@rz.hu-berlin.de
Telefon: 030-2093-1151
Beate Wonde (Kuratorin)
beate.wonde@rz.hu-berlin.de
Telefon: +49 (0) 30 282 6097
BeschreibungDie Mori-Ôgai-Gedenkstätte der Humboldt-Universität bietet Gelegenheit, sich über Leben und Werk des japanischen Arztes, Schriftstellers, Übersetzers und Kritikers Mori Ôgai (1862-1922) zu informieren. Neben einer Ôgai-Handbibliothek steht ein Ôgai-Katalog zur Verfügung, in welchem alle Übersetzungen, Artikel, Dissertationen etc. in europäischen Sprachen erfasst sind. Die Hauptaufgabe der Gedenkstätte besteht in der Übersetzung, Erschließung und Verbreitung von Werken, denen für ein kulturelles Verständnis zwischen Japan und Deutschland eine wichtige Bedeutung zukommt. Sie unterstützt nach Maßgabe der Mittel, die ihr zur Verfügung stehen, die Übersetzung von Werken der kultur- und geistesgeschichtlich bedeutenden Literatur Japans, der modernen japanischen Humanwissenschaften und der zur Kenntnis japanischer Lebensstile wichtigen Sachbuchliteratur. Zusätzlich dient die Gedenkstätte der wissenschaftlichen Information der deutschen Öffentlichkeit und japanischer Besucher über das Vermächtnis Ôgais; sie fördert die wissenschaftliche Beschäftigung mit dem Leben und Wirken Ôgais und seinem Einfluss auf die kulturellen Leistungen Japans.

Website der Gedenkstätte 
SonstigesSonderausstellungen, Vorträge, Teezeremonien 
Stand der InformationenMärz 2014
  
Bestände
Objektgruppen
Stand der ErschließungDer Bestand der Mori-Ôgai-Gedenkstätte wird seit dem Jahr 2000 mit Hilfe mehrerer elektronischer Datenbanken erfasst, wovon lediglich der Bibliothekskatalog (Online-Katalog der Berliner Universitätsbibliothek) öffentlich zugänglich ist. Zum Teil sind die Objekte bereits digitalisiert worden. (Stand: März 2009) 
Bedeutende TeilbeständeEs waren keine nennenswerten Teilbestände vorhanden.
  
Geschichte
Personen
GeschichteMori Ôgai wurde am 17. Februar 1862 unter dem Namen Mori Rintarô in der kleinen westjapanischen Residenzstadt Tsuwano geboren. Der junge Ôgai wurde in einer Zeit groß, die für Japan die entscheidende Umbruchsphase in die Zeit der Moderne darstellte. Die Abschaffung des feudalen Ständesystems und die Öffnung des Landes für die westliche Kultur prägen seine Jugendjahre. Hin und hergerissen mit den Widersprüchen jener Jahre beschäftigt er sich mit der modernen westlichen Zivilisation und dem bürgerlichen Selbstverständnis.
Nach dem Umzug der Familie nach Tokio lernt Ôgai bereits als Zehnjähriger deutsch. Mit zwölf Jahren beginnt er mit einem Vorbereitungskurs in der staatlichen Medizinschule, um dann anschließend Medizin zu studieren.

Seine vierjährige Reise nach Deutschland beginnt 1884 in Berlin. Er beschäftigt sich mit Fragen der Hygiene (in Leipzig), studiert das deutsche Heeressanitätswesen (er ist Leutnant der kaiserlichen japanischen Armee), geht nach München zu Max von Pettenkofer und danach wieder nach Berlin zu Robert Koch. Er wird zum ausgezeichneten Kenner deutscher Kultur und hält diese Eindrücke in seinem „Deutschlandtagebuch“ fest.

Als er anschließend nach Japan zurückkehrt, plädiert er für eine kritische Betrachtung der scheinbar überlegenen europäischen Verhältnisse und macht sich einen Namen als Schriftsteller und Übersetzer. Mit seiner Art stößt er aber im Militär auf Ablehnung, so wird er während des Japanisch-Chinesischen Krieges (1894/95) strafversetzt und degradiert. In der Abgelegenheit seiner dienstlichen Verbannung arbeitet er seine Deutschlandzeit noch einmal schöpferisch auf und übersetzt u. a. von Clausewitz’ „Vom Kriege“ ins Japanische. Er lernt Französisch und Sanskrit und kehrt 1902 nach Tokio zurück und entfaltet eine umfangreiche und vielgestaltige schriftstellerische und übersetzerische Tätigkeit.

Während des Japanisch-Russischen Krieges (1904/05) muss Ôgai wieder an die Front. 1907 wird der zum ranghöchsten Militärarzt des Japanischen Heeres befördert. 1916, nach 35jähriger Dienstzeit, verlässt Ôgai die Armee, bleibt aber weiterhin im Staatsdienst als Direktor des Kaiserlichen Hofmuseums und als Präsident der Reichsakademie der Künste. In seinen letzten Lebensjahren verfasst er vorwiegend historische Romane und Biographien.
Am 9. Juli 1922 stirbt Ôgai in Tokio an Tuberkulose.

Weber, 1999