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Alter Botanischer Garten

Allgemein
BezeichnungAlter Botanischer Garten
UniversitätGeorg-August-Universität Göttingen
UniversitätsortGöttingen
Museums- und SammlungsartNaturgeschichte/Naturkunde
Museums- und SammlungsformBotanischer Garten/Arboretum
SammlungsschwerpunktBiologie · Botanik
Externe Links
AdresseAlter Botanischer Garten
Albrecht-von-Haller-Institut für Pflanzenwissenschaften
Untere Karspüle 2
37073 Göttingen
ÖffnungszeitenFreiland März bis Oktober: täglich 8 - 18.30 Uhr; November bis Februar täglich 8 -16 Uhr; bei winterlicher Witterung eingeschränkt. Gewächshäuser: täglich 8 - 15 Uhr. Führungen nach Vereinbarung (vgl. Webseite).
KontaktKerstin Mausolf
kmausol@uni-goettingen.de
Telefon: +49 (0)551 39 5753
Dr. Michael Schwerdtfeger (Kustos)
mschwer@uni-goettingen.de
Telefon: +49 (0) 551 39 5755
Telefon: +49 (0) 551 99 64651
BeschreibungMit seinen ca. 19.000 Objekten zählt der Alte Botanische Garten der Universität Göttingen zu den bedeutendsten Gärten Deutschlands. Die Fläche des Gartens umfasst circa 4,5 ha. Damit gehört er eher zu den kleineren Botanischen Gärten Deutschlands. Um die Vielfalt zu gewährleisten, ist eine kleinräumige Aufteilung notwendig. Einige der Gewächse sind bereits 15 bis 170 Jahre alt.

Als „wissenschaftliche Pflanzensammlung und kulturelles Erbe der Universität zugleich“ ist er wie viele akademische Gärten drei Tätigkeitsschwerpunkten gewidmet: Die Bestände des Gartens werden für den wissenschaftlichen Unterricht in den Fächern Botanik, Biodiversität und Ökologie genutzt, dienen aber ebenso der Öffentlichkeitsbildung und Wissenspopularisierung. Eine dritte Aufgabe, die Erhaltung pflanzlicher Biodiversität, gewinnt nach und nach an Aktualität.

Gemeinsam mit dem 1967 gegründeten Neuen Botanischen Garten in Göttingen-Weende bilden der Alte Botanische Garten als „Botanischer Garten der Universität Göttingen“ eine Institution, in der beide Abteilungen Hand in Hand arbeiten: Der Neue Botanische Garten dient als experimenteller Versuchsgarten; der ökologisch-pflanzensoziologischen Forschung der Abteilung Ökologie und Ökosystemforschung stehen dort Freiflächen und klimatisierte Versuchsgewächshäuser zur Verfügung. Im Alten Botanischen Garten findet sich in Schau- und Sammlungshäusern nach wie vor eine große Vielfalt winterharter und tropischer Pflanzenarten, die für Lehre und Forschung der Abteilung Systematische Botanik intensiv genutzt werden.

Website des Gartens; Dersch, 1990 
SonstigesJohann Stephan Pütters zeigt in seinem "Versuch einer academischen Gelehrtengeschichte von der Georg-August-Universität zu Göttingen", in jedem Teil einen Plan des Gartens.

Die Botanischen Gärten in Göttingen sind im Förderverein Freunde der Botanischen Gärten Göttingen e.V. zusammengeschlossen. 
Stand der InformationenDezember 2010
  
Bestände
Objektgruppen
Stand der ErschließungVon 2006 bis 2010 erfolgte die komplette Aufnahme aller Pflanzen in einer Access-Datenbank. Eine Veröffentlichung im Internet ist geplant. 
Bedeutende Teilbestände
  • Heimische und Sumpf- und Wasserpflanzen: 300 Arten; Erhaltungskultur; gegr. 1993
  • Tropische Sumpf- und Wasserpflanzen: 180 Arten; Erhaltungskultur; gegr. 1993
  • Passifloraceae: 100 Arten; Erhaltungskultur; gegr. 1993
  • Araceae: 250 Arten
  • Bromeliaceae: 1.000 Arten; insbesondere Tillandsia (500 Arten)
  • Canna: sechs Arten; Erhaltungskultur; gegr. 1993
  • Elatine: drei Arten; Erhaltungskultur; gegr. 1995
  • Equisetum: zehn Arten; Erhaltungskultur; gegr. 1995
  • Isoetes: neun Arten; Erhaltungskultur; gegr. 1995
  • Ludwigia: acht Arten; Erhaltungskultur; gegr. 1996
  • Myriophyllum: acht Arten; Erhaltungskultur; gegr. 1997
  • Pinguicula-Arten Mittelamerikas: 20 Arten; Erhaltungskultur; gegr. 1991
  • Potamogeton: zwölf Arten; Erhaltungskultur; gegr. 1996
  • Tillandsie-Arten Mittelamerikas: 250 Arten; Erhaltungskultur; gegr. 1986
  • Moose: 30 Arten; gegr. 1996
  • Gehölzsammlung
  • Alpinum
  
Geschichte
Ereignisse
  • 1736 Begründung als akademische Sammlung oder Institution
Personen
GeschichteDer Alte Botanische Garten wurde 1736 als "hortus medicus" durch Albrecht von Haller (1708-1777), Direktion 1736-1753, gegründet. Bereits zwei Jahre später wurden das „Theatrum anatomicum“ und der erste "Gewächs-Saal" eingeweiht.

Neben diesem alten Botanischen Garten existierte aber noch ein Oekonomischer Garten, in dem ausschließlich landwirtschaftliche Nutzpflanzen angebaut worden waren.

Trotz räumlicher Enge wurde der Garten erst ab 1792 erweitert, als der nördliche des Walles gelegene, versumpfte Stadtgraben erworben werden konnte; nachfolgende Vergrößerungen wurden durch den Zukauf angrenzender Flächen umgesetzt. Die Teilung durch den Stadtwall prägt den Garten bis in die Gegenwart: Drei Tunnel verbinden den „inneren“ Gewächshausbereich mit dem Freiland jenseits des Walles.

Die ersten Gewächshäuser stammen aus der unmittelbar anschließenden Zeit: Das Regenwaldhaus, das Cycadeenhaus sowie die Orangerie sind auf Grundmauern aus dem Jahr 1806 errichtet; um 1830 wurden das Erikenhaus und das Araceenhaus, 1857 das Farnhaus fertiggestellt. Eine besondere Blüte erlebte der Garten unter Prof. Albert Peter (1853-1937), Direktor von 1888 bis 1923, und Gartenmeister Carl Bonstedt (1866-1953), Garteninspektor von 1900 bis 1931, auf dessen Initiative das Alpinum, der große Teich, das Farnstück, das erste Viktoriahaus sowie die Umgestaltung des damaligen Überwinterungshauses zurückgehen.

Die Auswirkungen des Zweiten Weltkriegs erzwangen eine sowohl aus wissenschaftlicher als auch gärtnerischer Perspektive unumgängliche Neugestaltung, die in schrittweisen Etappen bis ca. 1990 umgesetzt wurde. Im vergangenen Jahrzehnt konnten u.a. die Neugestaltung des Farnhanges an der Wallmauer, die Renaturierung des Reinsgrabens, die Umgestaltung der Systematischen Abteilung sowie neuen Abteilung "Waldflora Mitteleuropas" abgeschlossen werden.

Durch hochschulgesetzlichen Erlass wird der Garten nicht mehr als eigenständige Institution geleitet: seit 1982 ist er der Einrichtung „Pflanzenphysiologisches Institut und Botanischer Garten“ angeschlossen.

Website des Gartens; Dersch, 1990; Saalfeld, 1820 
  
Publikationen
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