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Museum der Göttinger Chemie

Allgemein
BezeichnungMuseum der Göttinger Chemie
UniversitätGeorg-August-Universität Göttingen
UniversitätsortGöttingen
Museums- und SammlungsartNaturwissenschaft & Technik
Museums- und SammlungsformMuseum
SammlungsschwerpunktChemie · Universitätsgeschichte · Wissenschaftsgeschichte
Externe Links
AdresseMuseum der Göttinger Chemie in der Fakultät für Chemie
Georg-August-Universität Göttingen
Tammanstraße 4
37077 Göttingen
ÖffnungszeitenÖffnungszeiten und Führungen nach Vereinbarung 
KontaktDr. Ulrich Schmitt (Kustos)
uschmit@gwdg.de
Telefon: +49 551 3933114
BeschreibungDas Museum der Göttinger Chemie in der Fakultät für Chemie wurde 1979 mit einem Altbestand an feinmechanischen Apparaten gegründet und enthält in der ständigen Ausstellung und im Magazin Dokumente sehr vielfältiger Art zur Geschichte der Chemie an der Universität Göttingen in den letzten 250 Jahren. Das Museum wird vom pensionierten Akad. OR Dr. Günther Beer ehrenamtlich betreut und ist in seiner Anlage einzigartig in Deutschland.
Das Museum ist in einen 70 qm großen Raum aufgestellt und verfügt über ein Magazin, dem ständig neue Objekte zugefügt werden. 
SonstigesÖffentliche Vorlesungen zur Geschichte der Chemie, Sonderausstellungen, thematische Führungen, Vorträge 
Stand der InformationenDezember 2010
  
Bestände
Objektgruppen
Stand der ErschließungEs gibt im "Museum der Göttinger Chemie" außer einem Eingangsbuch keine weitere Objektdokumetantion. Es ist nicht zu erwarten, dass sich das in nächster Zeit ändert, denn das Museum verfügt über keine bezahlte Personalstelle. (Stand: Mai 2009) 
Bedeutende Teilbestände
  • Sammlung Friedrich Wöhler (1800-1882): wissenschaftlicher und persönlicher Nachlass
  • Sammlung Otto Wallach (1847-1931)
  • Sammlung Walther Nernst (1864-1941)
  • Sammlung Richard Szigmondy (1865-1929)
  • Sammlung Adolf Windaus (1876-1959)
  
Geschichte
Ereignisse
  • 1979 Begründung als akademische Sammlung oder Institution
Personen
GeschichteSchon 1735 wurden kurz nach Gründung der Universität Göttingen chemische Vorlesungen in den Wohnhäusern verschiedener Professoren oder in von ihnen dafür angemieteten Räumen gehalten. Ein halbes Jahrhundert später wurde im Jahre 1783 in der Hospitalstraße schließlich das chemische Universitätsinstitut gebaut. Erster Direktor dieser neuen Einrichtung war Johann Friedrich Gmelin (1748-1804), Professor sowohl in der medizinischen, als auch in der philosophischen Fakultät. Der Nachfolger Gmelins als Direktor des Chemischen Instituts war Johann Friedrich Stromeyer (1776-1835). Als erste Universität in Deutschland besaß die Universität Göttingen seit 1805 unter Stromeyers Leitung ein Unterrichts-Laboratorium. Mit einer großen Anzahl wissenschaftlicher Untersuchungen errang Stromeyer ein weit über Göttingen hinausgehendes Ansehen.

Als Friedrich Wöhler (1800-1882) ein Jahr nach Stromeyers Tod 1836, im Alter von sechsunddreißig Jahren, als Professor für Pharmazie und Chemie nach Göttingen kam, war er schon weltberühmt. In Göttingen setzte er, zum Teil in Kooperation mit Justus Liebig (1803-1873) aus Gießen, die fundamentalen organisch-chemischen Arbeiten fort. Nächster Direktor wurde nach Wöhlers Tod 1882 Hans Hübner (1837-1885). Hübner war als Hochschulforscher reiner organischer Chemiker, der sich vor allem auf die Untersuchung der Substitutionsreaktionen am Benzolkern spezialisierte, eine Thematik die in dieser Zeit hochaktuell war. Ihm folgten Victor Meyer (1848-1897) aus Zürich, die Nobelpreisträger Otto Wallach (1847-1931) und Adolf Windaus (1876-1959).

Im Jahre 1890 wurde der Privatdozent und spätere Nobelpreisträger Walther Nernst (1864-1941) zunächst als Assistent an das Physikalische Institut gerufen. 1895 gegründete er das ”Institut für Physikalische Chemie und Elektrochemie“, das in erster Linie als Forschungseinrichtung konzipiert war. Nachfolger in diesem Amt waren Gustav Tammann (1861-1938) und der Nernst-Schüler Arnold Eucken (1884-1950). Nach dessen Tod übernahmen nacheinander Ewald Wicke (1914-2000) (bis 1953), Wilhelm Jost (1903-1988) (bis 1971) und Heinz Georg Wagner (geb.1928) das Direktorenamt.

1946 erfolgte die Teilung des Allgemeinen Chemischen Institutes in ein Institut für Anorganische und eines für Organische Chemie. Letzteres stand bis 1948 unter der Leitung von Hans von Wartenberg. 1952 führten Josef Goubeau (1901-1990) und Oskar Glemser (1911-2005) die Geschäfte. Direktor des Instituts für Organische Chemie war ab 1945 Hans Brockmann (geb. 1936), der besonders auf dem Gebiet der Antibiotika-Forschung weltweite Anerkennung erfuhr. 1963 wurde unter Werner Bingel ein Lehrstuhl für Theoretische Chemie ins Leben gerufen. Zwischen 1973 und 1974 wurden sämtliche chemischen Institute nach Weende verlegt.

Das Museum der Göttinger Chemie ist dagegen ein recht junges Gebilde, aber nicht nur für den Laien, auch für gestandene Chemiker empfehlenswert.

Website des Museums; Beer und Roesky 2001 
  
Publikationen
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