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Geologisch-paläontologische Sammlung

Allgemein
BezeichnungGeologisch-paläontologische Sammlung
UniversitätUniversität Leipzig
UniversitätsortLeipzig
Museums- und SammlungsartNaturgeschichte/Naturkunde
Museums- und SammlungsformLehr- und Forschungssammlung
SammlungsschwerpunktGeologie · Geowissenschaften · Paläobotanik · Paläontologie
Externe Links
AdresseGeologisch-paläontologische Sammlung
Institut für Geophysik und Geologie
Talstraße 35
04103 Leipzig
ÖffnungszeitenFührungen nach Vereinbarung
KontaktDipl.-Mus. Frank Bach (Sanmmlungskonservator)
fbach@rz.uni-leipzig.de
Telefon: +49 (0) 341 9732 831
Prof. Dr. Arnold Müller (Kustos)
gmueller@rz.uni-leipzig.de
Telefon: +49 (0) 341 9732 805
BeschreibungDie Geologisch-Paläontologische Sammlung der Universität Leipzig zählt zu den bedeutendsten Universitätssammlungen dieses Fachgebiets in Deutschland. Als Resultat einer langen historischen Entwicklung ist der heutige Bestand mit zahlreichen wertvollen Exponaten bestückt.

Forschungsschwerpunkt des Instituts und der Sammlung ist die jüngere Erdgeschichte. Die Sammlung besteht aus einer ganzen Reihe von Spezialkollektionen. Dazu zählen neu eingerichtete umfangreiche Lehrsammlungen, die sich im ständigen Einsatz für die Lehre befinden. Außerdem sind aus dem Gesamtbestand große paläontologische Teilsammlungen sowie weitere wichtige Spezialkollektionen hervorgegangen.

Der wissenschaftliche Schwerpunkt der paläontologischen Arbeit konzentriert sich heute auf tertiäre Faunen, insbesondere aus dem Tertiär Mitteldeutschlands. Umfangreiches Belegmaterial wurde gesammelt und wissenschaftlich bearbeitet. Durch die Wiederaufnahme des Studienganges Geologie/ Paläontologie werden die Bestände der Lehrsammlungen nun vielfältig für die studentische Ausbildung genutzt.

Im Jahre 2001 konnte nach umfangreichen Vorarbeiten die neue Dauerausstellung „Evolution der Organismen- Eine Übersicht über das Pflanzen- und Tierreich anhand von Fossilien“ eröffnet werden.

Webseite der Sammlung 
SonstigesMit Ausnahme der Sommerpause (Juli-September) finden monatlich öffentliche Museumsabende mit Vorträgen statt. 
Stand der InformationenApril 2010
  
Bestände
Objektgruppen
Stand der ErschließungEine Überarbeitung der Bestände wurde erst nach 1989 möglich. Über 100.000 Exponate des auf weit über 300.000 Exponate geschätzten Gesamtbestandes wurden neu katalogisiert. 
Bedeutende Teilbestände
  • Allgemeine Lehrsammlung: ca. 2.300 Exponate
  • Lehrsammlung Paläontologie: ca. 800 Exponate
  • Mineralsammlung: ca. 1.300 Exponate; Lehrsammlung
  • Zehnstücksammlung: ca. 2.100 Exponate; Lehrsammlung
  • Stratigraphisch-Regionalgeologische Sammlung: ca. 6.500 Stück; Lehrsammlung
  • Afrikasammlung (Krenkel, Range): ca. 450 Stück
  • Alpensammlung & Profil durch St. Gotthard (Kossmat, Becker, Kockel): ca. 1.400 Stück
  • Albaniensammlung (Jubelt): ca. 450 Stück
  • Kolumbiensammlung (Stille): ca. 400 Stück
  • Sachsensammlung (Rast): ca. 3.000 Sück
  • Paläobotanische Sammlung: 1.000 Stücke
  • Paläozoologische Sammlung: über 100.000 Exponate
  • Sammlung Känozoikum: große, neu eingerichtete Sammlung mit geologischem und paläontologischem Belegmaterial vor allem aus Europa und den USA; ca. 13.000 Exponate
  • Fossile und rezente Fisch-Otolithen: wissenschaftliche Arbeits- und Belegsammlung zu einem der Arbeitsschwerpunkte des Instituts; über 20.000 Otolithen, davon ein Teil als Arbeitssammlung organisiert: Originale (ca. 2.000), Regional (ca. 1.100), systematische Vergleichssammlung (ca. 800), Otolithen rezenter Fische (ca. 300); viel Typusmaterial (Holo- und Paratypen, publizierte Exemplare)
  • Sammlung fossiler, mesozoischer und känozoischer Hai- und Rochenzähne, Europa und USA: wissenschaftliche Arbeits- und Belegsammlung; ca. 4.000 Exponate (teilweise auch Suiten von Zähnen), davon knapp 2.000 elektronisch katalogisiert
  • Sammlung Tertiär Mitteldeutschland: 1.000 Exponate aus den Tagebauen um Leipzig; Fossilien, Gesteinsproben
  • Sammlung Trias Mitteldeutschland: regional angelegte Sammlung zur Trias Mitteldeutschlands; darin sind Exponate aus dem Altbestand, die Kollektion Müller sowie vor allem neues Material thematisch vereint; ca. 1.200 Exponate katalogisiert; Bestand noch wesentlich grösser
  • Kohlesammlung: ca. 250 Exponate
  • Sammlung Fossile Hölzer; Sammlung Johannes Felix (1859-1941): ca. 2.300 Exponate; wichtige Sammlung mit zahlreichen Originalen und Typen
  • Sammlung mesozoischer und känozoischer Korallen (Felix): ca. 25.000 Exponate; zahlreiche Originale (u.a. Gosau-Kreide, Tertiär Südeuropa); von dem Dresdner Korallenspezialisten H. Loeser durchgearbeitet und katalogisiert (Datenbank)
  • Sammlung Särchinger: ca. 1.100 Exponate; geologisch-paläontologische Querschnittssammlung des bekannten Leipziger Geologen Hellmuth Särchinger
  • Sammlung Müller (Kustos): Grundstock der Otolithen- und Selachierzahnsammlung; zahlreiche weitere Fossilien aus dem Tertiär Europas und der USA sind in die Sammlung Känozoikum eingegliedert worden; Trias-Material in der Sammlung Trias Mitteldeutschland
  • Sammlung Ruschel (Kassel): 1.000 Fossilien aus dem Tertiär Deutschlands, Frankreichs und der Türkei sowie aus dem Jura Deutschlands

Website der Sammlung
  
Geschichte
Ereignisse
  • 1842 (vermutlich) Begründung als akademische Sammlung oder Institution
Personen
GeschichteDie ersten systematischen Geologisch-Paläontologische Sammlungen der Universität Leipzig sind mit dem Namen Christian Friedrich Ludwig (1751-1823) verbunden.

Im Jahre 1842 wurde das Leipziger Mineralogische Institut gegründet. Carl Friedrich Naumann (1797-1873), 1842 als ordentlicher Professor für Mineralogie und Geognosie an die Universität berufen, wurde im gleichen Jahr erster Direktor des Instituts. Naumann trug ganz wesentlich zum Aufbau der Sammlungen bei.

Nach Naumann erfolgte unter Hermann Credner (1841-1913) ein weiterer Ausbau der Geowissenschaften und der Sammlung. 1872 gründete Credner die "Geologische Landesuntersuchung von Sachsen". Im gleichen Jahr wurde der Bau des Institutsgebäudes begonnen, die Fertigstellung erfolgte 1873. In dieses Gebäude zogen zunächst das Physikalische Institut, das Mineralogische Institut und Museum sowie die Geologische Landesuntersuchung ein. 1895 gründete Credner das Paläontologische Institut und wurde dessen erster Direktor. 1905 wurde das Institut in “Geologisch-Paläontologisches Institut” umbenannt.

Credner, der schon zeitig die Bedeutung guten Anschauungsmaterials für die akademische Ausbildung erkannt hatte, betrieb von Anfang an den Ausbau der Sammlung. Ergänzt wurden die Bestände durch großzügige Schenkungen, so beispielsweise durch die Naturhistorischen Museen in Darmstadt und Hamburg, das Nationalmuseum in Washington (Smithsonian Institute) und das Britische Museum für Naturgeschichte in London. Eine wesentliche Erweiterung erfuhr der Bestand durch die Belegstücke der Geologischen Kartierung Sachsens, die von Credner bis 1895 geleitet wurde.

Später übernahm Johannes Felix (1859-1941), der 1914 zum Direktor der Paläontologischen Abteilung berufen wurde, eine ganz wichtige Rolle beim Ausbau der Sammlung. Felix, der in der Öffentlichkeit durch die Bergung und Bearbeitung des berühmten Mammutfundes bei Borna bekannt wurde, bereicherte die Sammlungen durch zahlreiche Schenkungen.

Der Wechsel der Institutsleitung zu Prof. Franz Kossmat (1871-1938) führte zu verstärkten Forschungsaktivitäten in Ost- und Südosteuropa. In dieser Zeit wurde der Bestand an Gesteinen und Fossilien vermehrt. Unter Prof. Rudolf Heinz gelang es ab 1937 die räumliche Unterbringung der Sammlung entscheidend zu verbessern. Grundlage dafür war der Umzug des Geologischen Landesamtes nach Freiberg.

Als Kriegsfolge wurden dann die gerade erreichten, günstigen Verhältnisse der Sammlungen wieder zunichte gemacht. Auch ohne direkte Schädigung durch Bomben führten Raumnot und Umlagerungen zu erheblichen Beeinträchtigungen. Ein großer Teil des Bestandes wurde hastig ausgelagert und in ungünstigen Keller- und Bodenräumen untergebracht.

Erst ab 1951 konnte unter Robert Lauterbach mit dem Wiederaufbau begonnen werden. Bis Ende der 1950er Jahre wurden zumindest einige Hauptsammlungen für die Ausbildung wieder nutzbar gemacht. Einige ansehnliche Ausstellungen kamen in den folgenden Jahren hinzu. Die Aufbauarbeiten der Nachkriegsjahre wurden durch die Auswirkungen der III. Hochschulreform (1968-70) jedoch wieder zerstört. Das Sammlungsgut wurde erneut dezentralisiert und nicht systematisch über viele Arbeitsräume verstreut. Manches ist in dieser Zeit auch durch verantwortungsloses Handeln zerstört worden.

Nachdem in den 1970er Jahren Klaus Pardeyke die Sammlung betreute, trat ab 1981 Lothar Eissmann (geb. 1932) als wissenschaftlicher Kustos den Dienst an. Dank Eissmanns Einsatz konnte der rasante Verfall der Sammlung zumindest gebremst werden. 1988 wurde eine erste Dauerausstellung eröffnet.

Seit 1990 erlebt die Sammlung einen deutlichen Aufschwung. Über 20 Ausstellungen wurden unter Leitung des neuen Kustos Prof. Arnold Müller sowohl im Institut als auch außerhalb durchgeführt. Es erfolgte eine Neubearbeitung großer Teile des Bestandes, die damit für Forschung und Lehre zugänglich gemacht wurden. Durch bedeutende Schenkungen konnte vor allem die Sammlung Känozoikum erweitert werden. In den letzten Jahren wurden ca. 80.000 Sammlungsstücke in Datenbanken erfasst.

Webseite der Sammlung 
  
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