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Museum anatomicum - Medizinhistorisches Museum der Philipps-Universität Marburg

Allgemein
BezeichnungMuseum anatomicum - Medizinhistorisches Museum der Philipps-Universität Marburg
UniversitätPhilipps-Universität Marburg
UniversitätsortMarburg
Museums- und SammlungsartMedizin
Museums- und SammlungsformMuseum
SammlungsschwerpunktAnatomie · Dermatologie · Geburtshilfe · Humanmedizin · Medizin · Medizingeschichte
Externe Links
AdressePhilipps-Universität Marburg
Medizinhistorisches Museum - Museum anatomicum
Robert-Koch-Straße 6
35037 Marburg
ÖffnungszeitenJeden ersten Samstag im Monat von 10 bis 12 Uhr geöffnet. Führungen nach Vereinbarung (Tel. +49 (0)6421 28 64078 oder 28 67011)
KontaktProf. Dr. Birte Steiniger (Sammlungsleiterin)
steinigb@staff.uni-marburg.de
Telefon: +49 (0) 6421 2864071
Anita Jeske (Sekretariat)
jeskea@staff.uni-marburg.de
Telefon: +49 (0) 6421 28 67011
Telefon: +49 (0) 6421 28 67088
Dr. Nina Ulrich (Kustodin)
nina.ulrich@staff.uni-marburg.de
Telefon: 06421 28 67085
BeschreibungDas Medizinhistorische Museum der Philipps-Universität Marburg ist seit 1985 im Dachgeschoss des früheren Pathologischen Instituts untergebracht. Seine Bestände sind aus den anatomischen und geburtshilflichen Lehrsammlungen des 18. und 19. Jahrhunderts hervorgegangen und umfassen circa 3.000 anatomische Feucht- und Trockenpräparate aus der Zeit von 1650 bis 1920.
Neben Präparate aus der Zeit Christian Heinrich Büngers, der von 1810 bis 1842 in Marburg als Prosektor tätig war, finden sich hier menschliche und tierische Skelette, Präparate von Kopf und Gehirn, osteologische und kraniologische Sammlungen, Präparate zur Zahnentwicklung, Wachs- und Gipsmodelle sowie Moulagen, Zeichnungen und Gemälde. In einer 2001 eingerichtete Abteilung zur Geburtshilfe mit einer Ausstellung zum Hebammenwesen werden gebursthilfliche Instrumente und Lehrbücher präsentiert. 
Stand der InformationenMai 2012
  
Bestände
Objektgruppen
Stand der ErschließungEs existiert kein aktueller Katalog zur Sammlung. Das Institut besitzt einige alte Kataloge aus dem 19. Jahrhundert. Eine aktuelle Erfassung ist aber für die Zukunft geplant. 
Bedeutende Teilbestände
  • Präparatesammlung: seit Beginn des 18. Jahrhunderts durch Christian Heinrich Bünger (1782-1842) aufgebaut
  • Skelettsammlung: umfangreicher Bestand menschlicher und tierischer Skelette
  • Modellsammlung
  • Wachsmoulagensammlung
  • Sammlung von Geburtszangen
  
Geschichte
Ereignisse
  • 1788 Begründung als akademische Sammlung oder Institution
Personen
GeschichteAn der im Jahre 1527 gegründeten Philipps-Universität in Marburg wurden schon im 17. und 18. Jahrhundert Vorlesungen im Fach Anatomie gehalten. Ihr erstes Anatomisches Theater erhielt die Universität 1788 aus Kassel. Das Gebäude des Architekten Simon du Ry war dort abgebrochen und in Marburg wieder aufgebaut worden, nachdem das Kasseler Collegium Carolinum 1786 aufgelöst worden war.
Die anatomische Sammlung des Collegiums wurde ebenfalls nach Marburg überführt. Sie wurde durch den Anatomen Jacob Huber (1707-1778) angelegt und von seinem Nachfolger Samuel Thomas Soemmerring (1775-1830) weiter ausgebaut. Als im Jahr 1810 der Anatom Ernst Bartels (1778-1838) und der Prosektor Christian Heinrich Bünger (1782-1842) aus Helmstedt nach Marburg berufen wurden, vergrößerten sie die Sammlung in Marburg ganz erheblich: Bünger interessierte sich nicht nur für anatomische Präparate, sondern brachte im Zuge der Auflösung der Universität Helmstedt auch Teile der dort etablierten Anatomischen Sammlung in den Kasseler Bestand ein. Sein erster, 1811 angelegter Sammlungskatalog wies bereits 377 Titel auf.
1841/42 wurde das Anatomische Theater geschlossen und durch ein neues Gebäude, das auf demselben Grundstück errichtet wurde, ersetzt. Der gesamte zweite Stock war dort der Anatomischen Sammlung vorbehalten. Nach Büngers Tod vermachte seine Witwe gegen das Beziehen einer Leibrente der Universität dessen Sammlung, Bibliothek und Instrumentensammlung, zu der auch Wachsplastiken, Moulagen und Gipsabgüsse gehörten.
Büngers Nachfolger Ludwig Fick (1813-1858) und Friedrich Matthias Claudius (1822-1869) setzten sich ebenfalls sehr für die Anatomische Sammlung ein. Beide hatten die 1810 von Bünger angelegte Schädelsammlung auf 300 Exponate erweitert. Fick hatte auch die so genannte Rassenschädelsammlung um 1850 angelegt, die von Claudius vervollständigt wurde. Claudius verkaufte 1860 seine Privatsammlung an das Anatomische Institut. Nach der Abdankung des hessischen Fürstenhauses und der Übernahme der Universität Marburg durch die preußische Verwaltung im Jahr 1867 wurde Nathanael Lieberkühn (1821-1887) aus Berlin nach Marburg berufen. Unter Lieberkühn wurde von seinen Schülern Hans Strahl (1857-1920) und Emil Gasser (1847-1919) eine umfangreiche histologische Schnittsammlung menschlicher und tierischer Embryonen angelegt.
Im Jahre 1887 wurde Gasser Institutsdirektor und konnte einen Neubau für die Anatomie erwirken, der schließlich 1902 eingeweiht wurde. Dort wurde die Sammlung untergebracht und bis ca. 1920 gepflegt und erweitert. Das neue Gebäude galt als eines der größten seiner Zeit und war für alle Anforderungen des anatomischen Unterrichts bestens ausgestattet. Es war in zwei miteinander verbundene Teile gegliedert, von denen der eine die Sammlungen, Laboratorien sowie die Bibliothek enthielt und der andere der Lehre diente. Neben der Sammlung von Grasser und Strahl war damals auch die Zumstein'sche Sammlung von Corrosionspräparaten innerer Organe von besonderem Wert. Heute sind die Sammlungen im alten Pathologiegebäude neben dem Anatomischen Institut im Museum Anatomicum untergebracht. 
  
Publikationen
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