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Loki Schmidt Haus

Allgemein
BezeichnungLoki Schmidt Haus
UniversitätUniversität Hamburg
UniversitätsortHamburg
Museums- und SammlungsartNaturgeschichte/Naturkunde
Museums- und SammlungsformLehr- und Forschungssammlung
SammlungsschwerpunktBiologie · Botanik · Mykologie · Phykologie
Externe Links
AdresseLoki Schmidt Haus
Institut für Pflanzenwissenschaften und Mikrobiologie (IPM)
Ohnhorststraße 18
22609 Hamburg
ÖffnungszeitenDo 13-17 Uhr So- und Feiertage 11-17 Uhr
Kontaktloki-schmidt-haus@uni-hamburg.de

Dr. Petra Schwarz
petra.schwarz@uni-hamburg.de
Telefon: +49 (0) 40 42816 583
BeschreibungDas Loki Schmidt Haus präsentiert eine weltweit einzigartige und wertvolle Botanische Sammlung, die eng mit der Handelsgeschichte Hamburgs verbunden ist. Als modernes Ausstellungs-, Informations- und Servicezentrum konzipiert, macht es die Bedeutung von Pflanzen und pflanzlichen Produkten für unser tägliches Leben und für Hamburg erlebbar. Es erfüllt die Tradition des Botanischen Museums mit neuem Leben.

Das Botanische Museum ist ein Museum der Nutzpflanzen, vorwiegend der wärmeren Klimate. Die Vielzahl an Objekten aus den Bereichen der Ölpflanzen, Stärkepflanzen, Gewürze, Zuckerpflanzen, Genussmittelpflanzen, des tropischen Obstes, der Faserpflanzen, Elastomere und Holz bzw. Kork und Papier liefernden Pflanzen, Arzneipflanzen, Färbepflanzen sowie Bioindikatoren machen die Bandbreite der Verwertungsmöglichkeiten von Nutz- und Kulturpflanzen deutlich. Angaben zur Botanik, der Verarbeitung, Verwendung und wirtschaftlichen Bedeutung sowie zur Geschichte der heutigen Weltwirtschaftspflanzen erläutern die Ausstellungsobjekte.

Als blauer Kubus mit einer Außenhaut aus Keramikfliesen (Entwurf: Prof. B. Winking Architekten BDA) bietet das Loki Schmidt Haus auf drei Ebenen insgesamt 450 m² Ausstellungsfläche. Davon werden zwei Drittel den Charakter einer Daueraustellung haben, in der temporär einzelne Elemente wechseln. Eine Etage wird Sonderausstellungen vorbehalten sein. Ein großer Luftraum verbindet alle Ebenen miteinander und enthält das älteste dauerhaft ausgestellte Exponat, das haushohe Wurzelgeflecht einer Würgefeige. Die Treppe führt um diese Würgefeige herum. Die Blickbeziehungen durch die einzelnen Ebenen machen das gesamte Haus als integralen Raum erlebbar. 
SonstigesSonderausstellungen 
Stand der InformationenJuli 2018
  
Bestände
Objektgruppen
RelevanzReferenzmaterial
Stand der ErschließungOnline steht ein Katalog von Nutzpflanzen von A-Z, oder auch thematisch aufgelistet, zur Verfügung. Neben einem Foto der Frucht informieren die Datenblätter über Familie, Herkunft, Nutzung und wirtschaftliche Bedeutung der Pflanzen. 
Bedeutende Teilbestände
  • Karpologische Sammlung ("Collectio Fructuum Hamburgense") von Heinrich Wilhelm Buek (1796-1879)
  • Algensammlung von Nikolaus Binder (1785-1865)
  • Schausammlung des Museums, incl. Lehrsammlung für Unterrichtszwecke
  • Arzneipflanzensammlungen
  • Pilzsammlung
  • Holzsammlung
  • Belegsammlungen
  
Geschichte
Ereignisse
  • 1883 Begründung als akademische Sammlung oder Institution
Personen
GeschichteAus den zur "Carpologischen und Algensammlung" vereinigten Schenkungen von Bueck und Binder entstand 1883 das Botanische Museum mit der Intention, die wirtschaftlich wichtigsten Pflanzen der Welt der Allgemeinheit in einer zweckmäßigen Darstellung nahe zu bringen. 1885 wurde das Museum der Öffentlichkeit zugänglich gemacht.
Noch im gleichen Jahr wurde auf Anregung der Hamburger Kaufmannschaft im Museum ein "Laboratorium für Waarenkunde" eingerichtet. Der aufblühende Handel im Hamburger Hafen und die steigenden Importe aus Übersee verlangten nach einer Einrichtung, in der unbekannte Pflanzen bestimmt und Auskünfte über ihre eventuelle Verwendbarkeit erteilt werden konnten. Ebenso notwendig waren die Feststellung der Echtheit von seltenen Drogen und Handelswaren bzw. der Nachweis von Fälschungen.

Das Laboratorium wurde in den Folgejahren um eine "Abtheilung für Samenkontrolle" zur Prüfung von Handelssämereien, eine "Station für Pflanzenschutz" zur Kontrolle in Hafen angelandeter pflanzlicher Güter und der Verhinderung der Einschleppung von Krankheiten und Schädlingen aus fremden Ländern und ein "Chemisches Laboratorium" erweitert. Daraus ging 1912 das "Staatsinstitut für Angewandte Botanik" hervor – die amtliche Hamburger Instanz für unabhängige, wissenschaftliche, angewandt botanische Gutachten und kompetente Beratung, besonders der Wirtschaft, zu Fragen jeglicher Waren oder Rohprodukte pflanzlichen Ursprungs.

1919 erfolgte die Eingliederung in die Universität Hamburg, 2003 der Zusammenschluss der Institute für Angewandte und Allgemeine Botanik zum Biozentrum Klein Flottbek (heute: Institut für Pflanzenwissenschaften und Mikrobiologie (IPM)).

Mit dem Verkauf des angestammten Gebäudes in der Marseiller Straße an die ZEIT-Stiftung im Jahr 2000 wurde die Botanische Sammlung in ein Zwischendepot eingelagert. Teile der einstigen Schausammlung waren ab 2001 im Zoologischen Museum am Martin-Luther-King-Platz zu sehen. Im Herbst 2007 wurden die ausgestellten Objekte verpackt und nach Klein Flottbek gebracht. Im Loki-Schmidt-Haus finden sie seitdem ein neues zuhause.

Website des Museums