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Kustodie und Graphische Sammlung des ehemaligen Kunsthistorischen Instituts

Allgemein
BezeichnungKustodie und Graphische Sammlung des ehemaligen Kunsthistorischen Instituts
UniversitätUniversität Rostock
UniversitätsortRostock
Museums- und SammlungsartKulturgeschichte & Kunst
Museums- und SammlungsformSonstige Sammlungsform
SammlungsschwerpunktKunst · Kunstgeschichte · Universitätsgeschichte
Externe Links
AdresseUniversitätsarchiv Rostock
Kustodie
Universitätsplatz 1
18051 Rostock
ÖffnungszeitenDi 09 - 12 und 13 - 18 Uhr Mi, Do 09 - 12 und 13 - 16 Uhr
KontaktDr. Angela Hartwig (Kustodin)
angela.hartwig@uni-rostock.de
Telefon: +49 (0) 381 498 8620
BeschreibungDer an der Rostocker Universität durch die Kustodie zu betreuende Bestand umfasst ca. 3.000 Objekte, davon 2.000 aus der ehemaligen Artothek und der Graphischen Sammlung des ehemaligen Kunsthistorischen Instituts mit Werken des 16. bis 20. Jahrhunderts u.a. von Markanton (Raimondi), Dürer (1471-1528), Rembrandt (1606-1669), Menzel (1815-1905), Liebermann (1847-1935), Kollwitz (1867-1945), Nolde (1867-1956), Beckmann (1884-1950). Ca. 200 Objekte des zentralen Kunstbesitzes im engeren Sinne machen die 130 Professorenbildnisse, Büsten sowie Relieftafeln des 16. bis 20. Jahrhunderts aus. Die Universitätskleinodien umfassen Urkunden, Matrikel, Zepterpaare, die Rektorkette, Siegel sowie Kunstwerke der Kirche des ehemaligen Klosters zum Heiligen Kreuz (heute Universitätskirche) und eine Reihe von Einzelwerken, wie die berühmte Atlasuhr aus dem 18. Jahrhundert. Ferner werden 22 denkmalgeschützte Bauten des 14. bis 20. Jahrhunderts durch die Kustodie betreut. Zu diesem Bestand gehört außerdem der sogenannte Nachlass Eschenburg, eine Fotosammlung von Mecklenburg-Bildern.

Die graphische Sammlung des ehemaligen Kunsthistorischen Instituts der Universität Rostock verfügt über einen Fundus an originaler Kunst, der durch fünf Jahrhunderte führt. Als Lehrsammlung für das kunstgeschichtliche Studium angelegt, enthält sie Beispiele aus fast allen Bereichen des Kunstgebrauchs, an denen die Graphik im Verlaufe ihrer Geschichte teilhatte. Die Sammlung beherbergt italienische Druckgraphik der Renaissance, römische Veduten des 17. bis 19. Jahrhunderts, einige Ornamentstiche, Modekupfer und Bilderbögen, frühe Lithographien, deutsche "Malerradierungen", Originalgraphik aus Zeitschriften, Büchern und Katalogen sowie zahlreiche Reichsdrucke.
Des Weiteren liegt das von Wilhelm von Bode (1845-1929) zwischen 1888 und 1909 herausgegebene mehrbändige Graphikwerk "Die Gemälde-Galerie der Königlichen Museen zu Berlin" vor, welches Kupferstiche, Radierungen, Schabkunstdrucke und Holzschnitte von außerordentlicher Qualität enthält. Den größten Komplex an Originalgraphik bietet die Sammlung von Stücken aus dem späten 19. und 20. Jahrhundert.

Website der Kustodie und Arrieta, 1999 
SonstigesAktivitäten: regelmäßige Ausstellungen, meist in Verbindung mit Museen 
Stand der InformationenApril 2013
  
Bestände
Objektgruppen
Stand der ErschließungDas Graphikinventar des Kunsthistorischen Instituts gilt als verschollen. Die Arthothek-Sammlung ist digital erschlossen. 
Bedeutende Teilbestände
  • Thünen-Archiv
  • Sammlung Armin Münch
  • Photo-Eschenburg-Archiv
  • Nachlass der Familie von Buchka
  • Nachlass Kurd von Bülow
  • Nachlass des Ludwig Matthiessen
  • Nachlass der Familie von Viereck
  
Geschichte
Personen
GeschichteDie Kustodie war bis 1992 eigenständig und ist seitdem Teil des Archivs der Universität Rostock.

Die Rekonstruktion der Entstehung der Graphischen Sammlung ist aufgrund des verschollenen Inventars heute sehr schwierig. Sicher ist, dass die Inventarisierung der Stücke nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges begann. Die graphische Sammlung ging aus einem Fundus an Abbildungsmaterial für das kunsthistorische Studium hervor und war ursprünglich mit der Fotosammlung verquickt. Den Grundstock der Sammlung bilden u. a. Stücke aus der Schenkung Schmarsow. August Schmarsow (1853-1936) war seit 1893 Ordinarius für Kunstgeschichte am damals hoch angesehenen Leipziger Institut. Als ehemaliger Rostocker vermachte er der dortigen Universität 1919, anlässlich des 500-jährigen Universitäts-Jubiläums, seine kunsthistorische Bibliothek sowie seine 4.000 bis 6.000 Stück zählende Abbildungen-Sammlung, welche Kupferstiche und Radierungen enthielt.

1959 kam es unter der Kunsthistorikerin Eva Hebig zu einer ersten Inventarisierung der Bestände der Rostocker Graphiksammlung. Sie bestand zu diesem Zeitpunkt in erster Linie aus italienischer Reproduktionsgraphik des 16. und 17. Jahrhunderts. Welche Stücke davon exakt aus der Sammlung Schmarsow stammen, ist nicht hundertprozentig gesichert. Das Kunsthistorische Institut der Universität Rostock wurde in den ersten beiden Jahrzehnten seines Bestehens immer wieder mit Schenkungen und Stiftungen bedacht. Diesem Umstand ist es wohl hauptsächlich zu verdanken, dass es den Professoren Albert Erich Brinckmann (1881-1958), Max Hauttmann (1888-1926), Leopold Paul Bruhns (1884-1957) und Richard Sedlmaier(1890-1963) bis kurz vor Beginn des Zweiten Weltkrieges gelungen war, die Bestände der Abbildungssammlung kontinuierlich auszubauen. 1944 wurde in Schloss Plüschow eine offizielle Bergungsstelle für Kulturgüter eingerichtet, die auch die Sammlungen des Kunsthistorischen Instituts aufnahm. Aller Wahrscheinlichkeit nach lagerte dort die graphische Sammlung bis 1946 in Holzkisten verpackt. Nach 1946 wurde das Kunsthistorische Institut unter dem Schweizer Karl Friedrich Suter (1884-1952) als Ordinarius neu eröffnet. Nach Suters Tod übernahm Georg Friedrich Koch (1920-1994) die kommissarische Leitung. Er hatte zwischen 1946 und 1948 die Kunstsammlungen, einschließlich des Kupferstichkabinetts, der Universität Göttingen verwaltet. Suter war der letzte ordentliche Direktor des Kunsthistorischen Institutes der Universität Rostock. Bis zur Auflösung des Instituts am 15. Januar 1969 gab es lediglich kommissarische Leiter. Zu einer Systematisierung des Gesamtbestandes kam es nicht mehr. Die nach der Auflösung des Instituts von der Sektion Sprach- und Literaturwissenschaften übernommenen Mitarbeiter, 1971/73 im "Zentrum für Kultur", konnten sich einer wissenschaftlichen Aufarbeitung des mitgeführten Kunstbesitzes nicht mehr widmen.

Arrieta, 1999 
  
Publikationen
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