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Sammlung am Zentrum für Augenheilkunde*

Allgemein
BezeichnungSammlung am Zentrum für Augenheilkunde*
Besonderer Status*Aufgelöst
UniversitätJustus-Liebig-Universität Gießen
UniversitätsortGießen
Museums- und SammlungsartMedizin
Museums- und SammlungsformLehr- und Forschungssammlung
SammlungsschwerpunktAugenheilkunde · Humanmedizin · Medizin
Externe Links
AdresseJustus-Liebig-Universität Gießen
Zentrum für Augenheilkunde
Universitätsklinikum Giessen
Friedrichstr. 18
35392 Giessen 
BeschreibungDie Sammlung beinhaltete Bild-, Text- und Tondokumente, Geräte und Instrumente sowie Lehrmittel und Modelle. Der Verbleib der kleinen Sammlung ist unklar. 
Stand der InformationenFebruar 2014
  
Bestände
Objektgruppen
Bedeutende TeilbeständeEs gibt keine Informationen zu Teilbeständen.
  
Geschichte
Ereignisse
  • Zwischen 2010 und 2012 Beendung als akademische Sammlung oder Institution
Personen
GeschichteBereits 1641 legte der als "Hessischer Phönix" bekannte Johann Daniel Horstius (1616-1685) eine "Anatomia oculi" vor. Dieser ältesten Gießener augenheilkundlichen Schrift waren Abbildungen nach Art von Klappbildern beigegeben, die Anatomie, Physiologie und auch einzelne Augenkrankheiten erläutern sollten. Auf diesen frühen Auftakt folgte Georg Friedrich Wilhelm Balser (1780-1846), der als Schüler des Wiener Ophthalmologen Georg Joseph Beer (1763-1811) in Gießen bereits 1809 ein privates Ambulatorium gründete, das schließlich 1830 in das Akademische Hospital übergehen sollte.

Alexander Winther (1812-1871) legte 1859 das erste Gießener "Lehrbuch der Augenheilkunde" vor. Insbesondere hatte er sich mit der Pathologie des Flügelfelles beschäftigt und in diesem Zusammenhang 1856 die "Untersuchung über den Bau der Hornhaut und des Flügelfelles" und 1866 die "Experimental-Studien über die Pathologie des Flügelfelles" erscheinen lassen.

Gießen hinkte aber mit dem erst 1877 geschaffenen Ordinariat für Augenheilkunde als vorletzte der deutschen Universitäten nach, ein Vorgang, der leider mehrfach am Ort z.B. auch für die Kinderheilkunde belegbar ist.

Als Arthur von Hippel (1841-1916) im Mai 1879 die Nachfolge antrat, fand er im Parterre des Akademischen Hospitals die am 1. Januar 1877 eröffnete "Ophthalmologische Klinik" in wenig günstigem Zustand vor. Dem Organisator von Hippel ist daher die Neuordnung der "Ophthalmologischen Klinik" in der gezeigten Form zu verdanken.

1890 wechselte von Hippel als Nachfolger von Julius Jacobson (1828-1889) nach Königsberg, um dann über Halle nach Göttingen zu gehen. Sein ehemaliger Assistenzarzt Adolf Vossius (1855-1925), der seit 1882 in Königsberg weilte und dort zum Extraordinarius aufgestiegen war, sollte nach Gießen zurückkehren und hier am 1.4.1890 von Hippel als Direktor der Augenklinik nachfolgen. Mit der in der Alten Kaserne untergebrachten "Ophthalmologischen Klinik" mochte Vossius sich aber nicht abfinden. Als daher der Hessische Staat um die Jahrhundertwende mit dem Neubau von Kliniken begann, verstand es Vossius, mit Energie und Zähigkeit der Augenheilkunde am Ort eine würdige Stätte zu schaffen.

Diese Universitäts-Augenklinik war der größte Stolz von Adolf Vossius gewesen. Doch ein jahrelanges Leiden zwang ihn, 1923 im Alter von 68 Jahren aufzugeben. Er, der dreimal Dekan der Medizinischen Fakultät und 1904/05 auch Rektor der Ludoviciana war, verstarb am 28.06.1925. Sein Name ist heute nicht nur mit dieser Augenklinik verbunden, sondern lebt auch in den Lehrbüchern mit der Kontusionstrübung der Linse und der parenchymatösen Hornhautentzündung fort.

Quelle: Entlehnt und in Teilen aus dem Vortrag von Prof. Dr. med. Jost Benedum, gehalten anlässlich des neunzigsten Eröffnungstages der Augenklinik 
  
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