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Physikalische Gerätesammlung

Allgemein
BezeichnungPhysikalische Gerätesammlung
UniversitätErnst-Moritz-Arndt-Universität Greifswald
UniversitätsortGreifswald
Museums- und SammlungsartNaturwissenschaft & Technik
Museums- und SammlungsformHistorische Sammlung
SammlungsschwerpunktAstronomie · Physik · Wissenschaftsgeschichte
Externe Links
AdresseErnst-Moritz-Arndt-Universität Greifswald
Institut für Physik
Domstraße 10a
17487 Greifswald
ÖffnungszeitenNach Vereinbarung
KontaktDr. Thomas Meyer
meyer@physik.uni-greifswald.de
Telefon: +49 (0) 3834 86 4762
BeschreibungEin nicht genauer beschriebener Bestand physikalischer Geräte ist bereits für die erste Hälfte des 19. Jahrhunderts an der Universität Greifswald belegt. Aus dem so genannten "Academischen Instrumenten- und Modellsaal", welcher unter der Aufsicht des Professors für Mathematik und Physik Gustav Salomon Tillberg (1777-1859) stand, entwickelte sich gegen Ende der 1850er Jahre ein Physikalisches Kabinett, welches vom Direktor des ersten Physikalischen Instituts in Greifswald, Fabian Karl Ottokar Freiherr von Feilitzsch (1817-1885), geleitet wurde. Über das Wesen und die Beschaffenheit des aktuellen Sammlungsbestandes liegen derzeit keine Angaben vor. 
Stand der InformationenApril 2009
  
Bestände
Objektgruppen
Stand der ErschließungDie Sammlung ist komplett digital erfasst. 
Bedeutende TeilbeständeTeilbestände sind nicht bekannt.
  
Geschichte
Personen
GeschichteÜber Jahrhunderte wurde die Physik in Greifswald zunächst im Kontext benachbarter Wissenschaftsgebiete, wie z.B. der Mathematik, betrieben. Der erste reine Physiker der Greifswalder Universität war Fabian Karl Ottokar Freiherr von Feilitzsch (1817-1885), der 1848 in die Stadt kam. Zu dieser Zeit gab es weder einen Raum für physikalische Vorlesungen, noch waren die notwendigen Apparate bzw. ein Fond für deren Ankauf vorhanden. Zwar existierte ein sogenannter "Academischer Instrumenten- und Modellsaal", welcher seit 1814 unter der Aufsicht des Professors für Mathematik und Physik Gustav Salomon Tillberg (1777-1859) stand; doch musste Feilitzsch sich sein Physikalisches Kabinett selbst aufbauen. Am 29. Juni 1853 erhielt er den ersten eigenständigen Lehrstuhl für Physik in Greifswald und am 12. Mai 1857 wurde auf sein Betreiben hin das Physikalische Institut gegründet; deutschlandweit ebenfalls eines der ersten seiner Art. In Folge dessen kam es am 15. Mai 1857 zur Vereinigung der beiden mittlerweile nebeneinander bestehenden physikalischen Kabinette zum Physikalischen Institut. Die bis dahin von Tillberg betreute Apparatesammlung sowie die von ihm benutzten Räume wurden Feilitzschs Verantwortung unterstellt. Die Unterbringung des neuen Instituts erfolgte zunächst provisorisch in drei Räumen im Westflügel des Universitätshauptgebäudes. Aufgrund dieser schwierigen und ungenügenden Raumsituation lehnte denn auch der angesehene Physiker Heinrich Hertz (1857-1894) im Jahre 1885 das Angebot zur Nachfolge Feilitzschs ab.
Neuer Direktor wurde Anton Oberbeck (1846-1900), nachdem ihm das Ministerium den Neubau eines Institutes fest zugesichert hatte; es entstand von 1889 bis 1891 und entsprach vollkommen den Anforderungen der modernen Physik in. Im zweiten Stock des Gebäudes war u.a. eine Astronomische Sammlung untergebracht. Zehn Jahre nach seiner Berufung auf den Greifswalder Lehrstuhl wechselte Oberbeck an die Universität Tübingen. Der junge Franz Richarz (1860-1920), zuvor Privatdozent in Bonn, trat am 14. Juli 1895 seine Nachfolge an. Wenige Jahre später verließ auch er die Stadt, um nach Marburg zu gehen. Den frei gewordenen Lehrstuhl übernahm Carl Georg Walter König (1859-1936), dessen besonderes Interesse historischen und biografischen Themen galt; er verfasste u.a. Gedenkreden auf Helmholtz, Röntgen und Zeppelin. Mit Gustav Mie (1868-1957) als Ordinarius erhielt das Institut im Jahre 1905 einen Physiker, dessen wissenschaftliche Leistungen weit bekannt waren. So veröffentlichte er 1908 seine Theorie der Lichtstreuung von Teilchen, den sogenannten MIE-Effekt und 1910 sein "Lehrbuch der Elektrizität und des Magnetismus", ein Meisterwerk der physikalischen Lehrbuchliteratur. 1917 wechselte Mie nach Halle und überließ seinen Lehrstuhl dem Atomphysiker und zukünftigen Nobelpreisträger (1919) Johannes Stark (1874-1957), der sich zu dieser Zeit auf dem Höhepunkt seiner Karriere befand und bis 1920 in Greifswald verweilte. Sein Nachfolger wurde Friedrich Krüger (1877-1940), der u.a. auch den astronomischen Unterricht wiederbelebte. So ließ er 1924 auf dem Turm des Institutes eine Sternwarte einrichten, die zunächst mit einem 20-cm-Fernrohr und später mit einem 40-cm-Spiegelfernrohr ausgestattet worden war. Nach Krügers Tod im Jahre 1940 wurde Rudolf Seeliger (1886-1965) Direktor des Physikalischen Instituts, welches er bis 1955 leitete.

Rutscher, 1998; Schallreuter, 1956 
  
Publikationen
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