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Forschungszentrum Deutscher Sprachatlas (DSA)

Allgemein
BezeichnungForschungszentrum Deutscher Sprachatlas (DSA)
UniversitätPhilipps-Universität Marburg
UniversitätsortMarburg
Museums- und SammlungsartKulturgeschichte & Kunst
Museums- und SammlungsformSchallarchiv
SammlungsschwerpunktPhilologie
Externe Links
AdressePhilipps-Universität Marburg
Forschungszentrum Deutscher Sprachatlas
Hermann-Jacobsohn-Weg 3
35039 Marburg
ÖffnungszeitenNach Vereinbarung für wissenschaftliche Zwecke 
KontaktDr. Alfred Lameli (Sammlungsbetreuer)
lameli@uni-marburg.de
Telefon: +49 (0) 6421 28 22482
Fax: +49 (0) 6421 28 28936
BeschreibungHeute beschäftigt sich das Forschungszentrum mit der vollen Komplexität der sprachlichen Variation. Der Sammlung historischer und rezenter Daten (u.a. Erhebungsformulare, Entwürfe, Atlanten) kommt dabei eine wichtige Rolle zu. So ist das Marburger Forschungszentrum die zentrale Einrichtung für alle, die sich mit den deutschen Regionalsprachen beschäftigen. Einer der Höhepunkte der Sammlung sind die internationalen Sprachatlanten. Die Sammlung ist die umfangreichste ihrer Art. Gefördert wird die Einrichtung vor allem durch die Akademie der Wissenschaften und der Deutschen Forschungsgemeinschaft.
Zu den Beständen des Archivs zählen handschriftliche und gedruckte Dokumente, Karten, Bild- und Tondokumente sowie private und wissenschaftliche Nachlässe seit der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts. Unter anderem sind über 100.000 Dialektfragebögen aus über 50.000 deutschsprachigen Ortschaften archiviert. Das Tonarchiv umfasst etwa 3.500 Aufnahmen deutscher Dialekte auf verschiedenen Datenträgern.

Broschüre des Museums für Kunst und Kulturgeschichte der Philipps-Universität Marburg, 2009 
Stand der InformationenOktober 2009
  
Bestände
Objektgruppen
Stand der ErschließungDie Sammlungen sind in weiten Teilen in Datenbanken erfasst, ansonsten in Büchern und Listen, nur die kleineren Bestände sind noch nicht aufgenommen. Die Erfassungen werden seit ca. 125 Jahren sukzessive vorgenommen. Seit 2000 wurde eine grundlegend neue Erfassung der historisch besonders wichtigen Materialien umgesetzt, die inzwischen abgeschlossen ist.
Derzeit (Stand: April 2009) werden weitere Erfassungen durchgeführt. Den entsprechenden Finanzierungsrahmen für die nächsten 18 Jahre bietet das Projekt "regionalsprache.de" (REDE), das von der Akademie der Wissenschaften und der Literatur zu Mainz getragen wird.
Über das Großprojekt "Digitaler Wenker-Atlas" ist ein größerer Bestand direkt zugänglich. Die dort eingebundenen Datenbanken listen die Bestände auf (historische Karten, Formulare, Tonaufnahmen). Die Archivalien sind über das Gesamtsystem nutzbar. 
Bedeutende Teilbestände
  • Sammlung von Dialektfragebögen
  • erste Sprachkarte Deutschlands
  • Sammlung sprachwissenschaftlicher Atlanten (darunter die ältesten weltweit)
  
Geschichte
Ereignisse
  • Zwischen 1876 und 1888 Begründung als akademische Sammlung oder Institution
Personen
GeschichteDie Geschichte des Instituts beginnt mit der Erhebung der deutschen Dialekte. Gründer des Forschungszentrums ist der Marburger Sprachwissenschaftler Georg Wenker (1852-1911). Wenker entwarf einen Fragebogen mit hochdeutschen Sätzen, die an circa 45.000 Schulen des Deutschen Reichs in den ortsüblichen Dialekt übertragen wurden. Dadurch konnte von 1876 bis 1888 die bis heute einzige flächenmäßige Totalerhebung einer Nationalsprache umgesetzt werden. Die Daten mündeten in den so benannten Deutschen Sprachatlas, dessen Namen das Forschungszentrum noch heute trägt. Das Institut wurde 1920 als „Zentralstelle für [...] deutsche Mundartenforschung“ der Philipps-Universität Marburg angegliedert und firmiert seit 1956 unter seinem heutigen Namen. Seit 1973 ist das Institut Teil eines Fachbereichs der Universität.

Gemeinschaftsprojekt Marburg, 2004; Broschüre des Museums für Kunst und Kulturgeschichte der Philipps-Universität Marburg, 2009 
ArchivalienFragebogen deutschsprachiger Ortschaften (ca. 45.000), handschriftliche Sprachkarten (ca. 1.700), Geschäftsakten, Korrespondenz, Nachlassmaterialien