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Historische Geräte der Chemie

Allgemein
BezeichnungHistorische Geräte der Chemie
UniversitätUniversität Heidelberg
UniversitätsortHeidelberg
Museums- und SammlungsartNaturwissenschaft & Technik
Museums- und SammlungsformHistorische Sammlung
SammlungsschwerpunktChemie · Wissenschaftsgeschichte
Externe Links
AdresseRuprecht-Karls-Universität Heidelberg
Fakultät für Chemie und Geowissenschaften
Im Neuenheimer Feld 252, im Foyer des Hörsaals der Chemie
69047 Heidelberg
KontaktDr. rer. nat. Thomas Oeser
oeser@uni-hd.de
Telefon: +49 (0) 6221 54 8482
BeschreibungAn der Fakultät für Chemie existieren mehrere Vitrinen mit historischen Geräten und Schriftstücken zur Geschichte dieser Disziplin in Heidelberg. 
Stand der InformationenApril 2009
  
Bestände
Objektgruppen
Bedeutende TeilbeständeEs sind keine nennenswerten Teilbestände vorhanden.
  
Geschichte
Personen
GeschichteErste chemische Studien in Heidelberg fanden bereits 1784 statt, als dem Professor für Mathematik, Naturgeschichte, Chemie und Botanik, Georg Adolf Suckow (1751-1813), die Aufsicht über die Naturaliensammlungen der vom pfälzischen Lautern nach Heidelberg transferierten "Hohen Kameralschule" übertragen wurde. Suckow und Karl Wilhelm Gottlob Kastner (1783-1857), der 1812 als Professor für Chemie nach Halle ging, haben hier die ersten Vorlesungen über Experimentalphysik und -chemie gehalten. Als selbständiges Fach etabliert wurde die Chemie in Heidelberg im Jahre 1817. Verbunden ist dieser Schritt mit Leopold Gmelin (1788-1853), der zum Ordinarius in der medizinischen Fakultät ernannt wurde. Er konnte erstmals in Heidelberg über ein eigenständiges chemisches Laboratorium verfügen. Es war im alten Dominikanerkloster an der Stelle des heutigen Friedrichsbaus, Ecke Hauptstraße und Brunnengasse, untergebracht.
1852 übernahm Robert Wilhelm Bunsen (1811-1899) das Ordinariat für Chemie, das der philosophischen Fakultät zugeteilt wurde. Er arbeitete zunächst im Dominikanerkloster und bezog 1855 das neu gebaute Laboratorium in der Akademiestraße auf der „Bleiche hinter dem Riesen“. Bunsen, der Mitarbeiter der philosophischen Fakultät war, fühlte sich im Grenzgebiet zwischen Chemie und Physik zu Hause. Er war es, der nach Gmelin mit seinen Arbeiten die internationale Fachwelt auf Heidelberg aufmerksam machte und somit den Ruf der Heidelberger Chemie begründete. Bunsen hat von Anfang an den Neubau eines chemischen Instituts betrieben, dieser konnte 1855 bezogen werden. Das Bunsen'sche Institut ist noch heute in der Akademiestraße zu sehen und beherbergte bis 1959 das Anorganisch-Chemische Institut der Universität.
Bunsens Dienstwohnung, die zusammen mit dem Institut Ecke Plöck- und Akademiestraße erstellt wurde, war 1926 bis 1962 Unterkunft für das Physikalisch-Chemische Institut. 1888 trat Bunsen zurück. Im Frühjahr 1889 übernahm Victor Meyer (1848-1897) Bunsens Nachfolge. Unter seiner Leitung wurde das Institut durch den Bau eines Laboratorien- und Hörsaalgebäudes wesentlich erweitert. Eine Abteilung für analytisch-anorganische und eine für organische Chemie wurden eingerichtet, denen unter Curtius eine solche für physikalische Chemie folgte, die Georg Bredig (1868-1944) übernahm. Meyer entwarf noch die Pläne für einen Neubau, der dem Unterricht der Medizinstudenten dienen sollte, und der in der Zeit von 1899 bis 1901 unter der Direktion von Theodor Curtius (1857-1928) errichtet wurde.
Nach dem plötzlichen Tod Victor Meyers, Anfang August 1897, folgte Theodor Curtius (1857-1928) im April 1898 dem Ruf nach Heidelberg. 1898 setzte Curtius die Einrichtung einer physikalisch-chemischen Abteilung durch. Die Chemie war somit in die drei Hauptdisziplinen - Anorganische, Organische und Physikalische Chemie - aufgeteilt. Curtius Nachfolger Karl Freudenberg (1886-1983) gliederte 1928 die physikalisch-chemische Abteilung aus dem chemischen Institut als selbständiges Institut aus, indem er dieses in der ehemaligen Dienstwohnung Bunsens unter der Leitung von Max Trautz (1880-1960) unterbrachte. Klaus Schäfer (1910-1984), der 1945 an das Physikalisch-Chemische Institut berufen wurde, setzte sich für den Neubau des Institutes Im Neuenheimer Feld mit Erfolg ein. Im Juni 1951 wurde in Neuenheim mit dem Neubau der Chemischen Institute, der Karl Freudenberg schon 1926, anlässlich seiner Berufung zugesagt worden war, begonnen und im wesentlichen Anfang der 1960er Jahre abgeschlossen. 1956 übernahm Georg Wittig (1897-1987) die Nachfolge von Karl Freudenberg. Er erhielt, zusammen mit Herbert C. Brown (1912-2004), 1979 den Nobelpreis für die nach ihm benannte Reaktion. Georg Wittig (1897-1987) war es vorbehalten, das Anorganisch-chemische Institut als solches zu etablieren. Dieser Schritt wurde durch die Neubauten für die Chemischen Institute im Neuenheimer Feld ermöglicht. Ulrich Hofmann (1903-1986), der über die Chemie der Tonminerale arbeitete, übernahm die Leitung des Anorganisch-chemischen Instituts.
Die stürmische Entwicklung in der Chemie, verbunden mit einem sehr hohen technischen und apparativen Aufwand sowie einem modernen Umweltbewusstsein, ließ nach über 30 Jahren die Forderung nach einer Sanierung der Gebäude bzw. einem Neubau immer dringender werden. Intensive Bemühungen ab 1985 haben 1996 zum Erfolg geführt. Im Rahmen eines Neubau- und Modernisierungsprogramms wird ein Gebäude (INF 276) neu errichtet. Zusätzlich wurden umfangreiche Sanierungen begonnen.

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