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Kreis- und Universitätsmuseum Helmstedt*

Allgemein
BezeichnungKreis- und Universitätsmuseum Helmstedt*
Besonderer Status*Nicht mehr an Universität
UniversitätAcademia Julia [Carolina] zu Helmstedt (1576-1810)
UniversitätsortHelmstedt
Museums- und SammlungsartKulturgeschichte & Kunst
Museums- und SammlungsformMuseum
SammlungsschwerpunktUniversitätsgeschichte
Externe Links
AdresseKreis- und Universitätsmuseum Helmstedt
Collegienplatz 1
Juleum
38350 Helmstedt 
ÖffnungszeitenDi-Fr 10 - 12 und 15 - 17 Uhr
Sa, So 15 - 17 Uhr
Führungen nach Vereinbarung 
KontaktMarita Sterly
marita.sterly@landkreis-helmstedt.de
Telefon: +49 (0) 5351 121 1132
Fax: +49 (0) 5351 121 1627
BeschreibungDie Dauerausstellung des Museums befindet sich im ehemaligen Wein- und Bierkeller der Universität Helmstedt. Sie besteht aus zwei Ausstellungsschwerpunkten, die sich mit der Geschichte des Landkreises Helmstedt und seiner Bewohner und der Universitätsgeschichte befassen, sowie aus einem Sonderausstellungsbereich. Die Tafeltexte wurden bewusst kurz gehalten und auf das Wesentliche beschränkt. Für interessierte Besucher stehen Zusatzinformationen in "Leseecken" zur Verfügung. Die Ausstellung präsentiert zahlreiche Originalobjekte, aber auch Fotos und die bereits für die große universitätsgeschichtliche Ausstellung im Jahre 2000 aufgebaute "Studentenbude". Darüber hinaus haben die Besucher Gelegenheit, in Nachdrucken alter, aus der Universitätszeit stammender Bücher selbst zu stöbern. Hier kann jeder selbst nachlesen, wie der im 18. Jahrhundert in Helmstedt ansässige berühmte Chirurg und Medizinprofessor Lorenz Heister (1683-1758) den Star sticht oder Arme und Beine amputiert.
Die Objektbestände liefern ein umfangreiches Repertoire der Helmstedter Universitätsgeschichte. So finden sich Original-Literatur, Professorenporträts, wissenschaftliche Geräte, Baureste, Ausgrabungsfunde der Universitätsmüllkuhle (Keramik, Glas, Knochen, Metall), Universitätsansichten und Handschriften.

Website des Museums 
SonstigesFührungen außerhalb der Öffnungszeiten nach Absprache 
  
Bestände
Objektgruppen
Bedeutende Teilbestände
  • Ständer- und Deckenbalken des ehemaligen Karzers
  • Sammlung von Portraits der Hochschullehrer
  • Sammlung von Insignien des Universitätsalltages
  
Geschichte
GeschichteDie Gründung der Universität in Helmstedt fand im Zuge der Reformation statt. 1575 wurde Helmstedt zur vierten (nach Marburg, Königsberg und Jena) protestantischen Hochschulgründung im deutschen Sprachraum. Dem Willen der Gründer entsprechend, war die Hochschule an die Lehre von Martin Luther (1483-1546) gebunden und sie entwickelte sich in kürzester Zeit zu einer der angesehenen deutschen Hochschulen.
Während des Dreißigjährigen Krieges fand nur ein eingeschränkter Lehrbetrieb statt, längere Zeit war die Universität geschlossen. 1628 wurde sie wieder eröffnet, litt aber unter mangelnden Studierendenzahlen. Mit der Eröffnung der Universität in Kiel 1665 erhielt Helmstedt erste Konkurrenz im bisherigen Einzugsgebiet der Studierenden in Norddeutschland. Diese Situation erhielt einen weiteren Auftrieb durch die Eröffnung der Universitäten in Halle 1694 und Göttingen 1734. Besonders Göttingen wuchs zur Hauptkonkurrenz der Universität in Helmstedt heran. Die Zahl der Studierenden verringerte sich zusehends, auch wurden die finanziellen Zuwendungen beschnitten.
Herzog Karl I. (1713-1780) versuchte dieser Entwicklung entgegenzuwirken indem er die Gebäude der Universität sanieren ließ, Ausschau nach namhaften Lehrkräften hielt und das Budget der Universität erhöhte, um so das Ansehen der Universität zu steigern. Dieses Ziel wurde jedoch nicht erreicht. Die Universität in Helmstedt verlor zusehends den Anschluss an die deutsche Universitätslandschaft, da sie den Anforderungen der Zeit nicht ausreichend genügte.
Während der französischen Besatzungszeit zu Beginn des 19. Jahrhunderts konnte der Lehrbetrieb aufrechterhalten werden. Dem schleichenden Ende der Hochschule wurde durch ein Dekret vom 10. Dezember 1809 das endgültige Schicksal beschert. Die Universitäten im Helmstedt und Rinteln sollen mit den Hochschulen in Göttingen, Halle und Marburg vereint werden, was quasi ihrer Auflösung gleichkam. Die letzte Vorlesung fand im März 1810 statt. Damit wurde die Universität in Helmstedt Opfer im Zuge des „Universitätensterbens“ zu Beginn des 19. Jahrhunderts und blieb damit kein Einzelfall. Aus Rentabilitätsgründen wurden zwischen 1792 und 1818 von den 42 im deutschsprachigen Raum existierenden Hochschulen 22 geschlossen.

Ahrens, 2000