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Mineralogische Sammlungen am Institut für Angewandte Geowissenschaften

Allgemein
BezeichnungMineralogische Sammlungen am Institut für Angewandte Geowissenschaften
UniversitätTechnische Universität Berlin
UniversitätsortBerlin
Museums- und SammlungsartNaturgeschichte/Naturkunde
Museums- und SammlungsformLehr- und Forschungssammlung
SammlungsschwerpunktGeowissenschaften · Kristallographie · Mineralogie
Externe Links
AdresseMineralogische Sammlungen
Technische Universität Berlin
Sekr. BH 1
Ernst-Reuter-Platz 1
10587 Berlin
ÖffnungszeitenFr 9 - 11 Uhr Führungen nach Vereinbarung
KontaktTelefon: +49 (0) 30 314 23965

Dr. Susanne Herting-Agthe (Kustodin)
susanne.herting-agthe@tu-berlin.de
Telefon: +49 (0) 30 314 2 2254 (Büro)
BeschreibungDie Mineralogischen Sammlungen der Technischen Universität Berlin blicken in Teilen auf eine 225-jährige Geschichte zurück und zählen heute zu den fünf größten und mineralogisch bedeutendsten der Bundesrepublik. Die Mineralogischen Sammlungen umfassen heute ca. 100.000 katalogisierte Stücke, Lehrsammlungen und einen umfangreichen Fundus. Die Sammlungen bestehen aus einer öffentlich zugänglichen Schausammlung, einer umfangreichen speziell Mineralogischen Sammlung, mehreren fachlich spezifischen Teilsammlungen und umfangreichen Magazinsammlungen. Schwerpunkte der Sammlungen bilden die Mineraliensystematik sowie Mineralien der Lagerstätten Tsumeb/Namibia und Hagendorf/Oberpfalz.

Fachspezifische Teilsammlungen umfassen Gesteine, Edelsteine, Erzanschliffe, Vorlesungs- und Übungssammlungen, Kristallzwillinge, Epitaxien, Pseudomorphosen, historische Dünnschliffpräparate sowie historische Geräte zur Mineraluntersuchung und Kristallholzmodelle. Der Hauptteil der Sammlungen ist in einem rund 200 Quadratmeter weitläufigen Schauraum untergebracht. In großen Vitrinen sind über 1.500 Exponate präsentiert. Hier finden Interessierte sowohl museale Schaustücke als auch Stücke zur Systematik der Mineralien. 
Stand der InformationenNovember 2009
  
Bestände
Objektgruppen
Stand der ErschließungDie Mineralogischen Sammlungen umfassen ca. 100.000 inventarisierte und katalogisierte Stücke. Die "Hauptsammlung" ist seit 1950 auf Karteikarten vollständig erfasst worden. Neben einem Gesamtkatalog der Systematischen Mineralogischen Sammlungen gibt es noch einige Teilkataloge zu wichtigen Spezialthemen wie Gesteinen, Zwillingen und Epitaxien. Darüber hinaus wurde auch die Vorlesungssammlung in Form einer tabellarischen Broschüre komplett aufgenommen. Hier wurden Angaben zum Mineralnamen, zum Fundort, zur Beschreibung, zur Größe sowie zum Standort berücksichtigt. Außerdem ist seit 2005 eine elektronische Datenerfassung in Arbeit. Aus Gründen der Kompatibilität mit der Objektdatenbank des Berliner Museums für Naturkunde wird hierfür die Access-Datenbank „MINERAL“ verwendet, welche ausschließlich für den internen Gebrauch bestimmt ist. Auf diese Weise konnten von den insgesamt rund 100.000 Objekten bisher ca. 1.300 aufgenommen werden. Von herausragenden Einzelstücken gibt es zudem Photographien, die z. T. digital erstellt worden sind und inzwischen auch digitalisiert werden konnten. Hinzu kommen Dias aller objektgefüllten Vitrinen, die in absehbarer Zeit ebenfalls digitalisiert werden sollen. (Stand: März 2009) 
Bedeutende Teilbestände
  • Systematische Mineralogische Sammlung: ca. 2.500 Mineralarten und 95.000 Objekte
  • Schausammlung: 2.500 Objekten
  • Gesteinssammlung: 2.000 Objekten
  • Vorlesungs-Sammlung: 2.000 Objekten
  • Übungs-Sammlungen: 1.500 Objekten
  • Anschliffe: ca. 1.000 Objekte
  • Historische Dünnschliffe: ca. 1.000 Objekte
  • Kristallmodelle (aus Holz): ca. 3.500 Objekte
  • Historische Instrumente zur Mineraluntersuchung: ca. 30 Objekte
  
Geschichte
Ereignisse
  • 1781 Begründung als akademische Sammlung oder Institution
Personen
GeschichteDie Entstehung der Sammlungen geht auf die Gründung der Bergakademie im Jahre 1770 zurück: Der preußische König Friedrich II. (1717-1786) erließ eine Kabinettsorder, um zur Ausbeutung der Rohstoffvorkommen des Preußischen Reiches die Fachleute im eigenen Land ausbilden zu können.

Bereits 1781 konnte durch den Erwerb der Mineraliensammlung des Oberbergrats Carl Abraham Gerhard (1738–1821) der Grundstock des "Königlichen Mineralienkabinetts" gelegt werden. Ab 1809 unterstand die Bergakademie der neuen Behörde "Sektion für Bergbau". Durch Regierungsdekret wurde das "Mineralogische Kabinett" ab 1810 der neu gegründeten Friedrich-Wilhelms-Universität (heute Humboldt-Universität) unterstellt und seit 1814 als "Mineralogisches Museum" im Universitätsgebäude "Unter den Linden" untergebracht. Mitbesitzerin blieb jedoch die "Sektion für Bergbau", respektive die Bergakademie. In der Folgezeit waren die Direktoren gleichzeitig Dozenten der Bergakademie und der Universität.

Im Jahre 1873 wurden die Bergakademie und die Königliche Geologische Landesanstalt zur Bergakademie zu Berlin zusammengefügt. Laut Satzung umfasste sie die Sammlungen der Geologischen Landesanstalt, die Lehrsammlungen der Bergakademie einschließlich des Mineralogischen Museums und das Museum für Bergbau und Hüttenwesen. Die Sammlungen waren im neuen Gebäude Invalidenstraße 44 untergebracht.

Die Bergakademie mit ihren Lehrsammlungen wurde 1916 in die Königliche Technische Hochschule zu Berlin integriert, die ihrerseits 1879 aus einer Verschmelzung der Bauakademie und der 1821 gegründeten Gewerbeakademie hervorgegangen war. An der Gewerbeakademie existierte bereits eine umfangreiche, durch Carl Friedrich Rammelsberg (1813-1899) begründete Mineraliensammlung. Rammelsberg war 1840-1883 Dozent für Chemie an der Bergakademie und der Technischen Hochschule und für seine Mineralchemie bekannt.

Die mineralogische Sammlung der Gewerbeakademie konnte 1872 durch die "Brücke'sche Sammlung" und 1880 durch das Vermächtnis der "50.000 Nummern umfassenden Tamnau'schen Sammlung" so wesentlich erweitert werden, dass der Mineraloge und Petrograph Prof. Julius Hirschwald (1845-1928) 1886 an der Technischen Hochschule eigens ein Museum, den "Tamnau'schen Mineralogischen Saal" (im Vorlesungsverzeichnis als Mineralogisches Museum bezeichnet) einrichtete. Laut Vorlesungsverzeichnis der Technischen Hochschule aus dem Jahre 1886 befand sich das Mineralogische Museum in den Räumen 57 bis 59 des Hauptgebäudes. Die Sammlung gehörte zu jenem Zeitpunkt zum mineralogisch-geologischen Institut der Abteilung für Chemie und Hüttenkunde. Der Kustos des Instituts war Wilhelm Müller (1855-1907). Professor Hirschwald erweiterte die Sammlung beträchtlich.

Im Jahre 1916 wurde die Sammlung im "Mineralogisch-geologischen Museum" der Abteilung für Chemie und Hüttenkunde im Erdgeschoss der Südwestecke des Hauptgebäudes der Technischen Hochschule aufgestellt. Bis 1921 war Hirschwald für die Sammlung verantwortlich. Im Jahre 1927 regte der Mineraloge und Petrologe Karl Hermann Scheumann (1881-1964) die Verschmelzung von Hirschwalds Minerlaogisch-Geologischem Institut der Abteilung für Chemie und Hüttenkunde und Robert Scheibes „Institut für Mineralogie und Petrographie“ der Abteilung für Bergbau zu einem einzigen Institut für Mineralogie und Petrographie an.
Große Teile der Sammlungen erlitten während des Zweiten Weltkrieges und den Folgen enorme Verluste.

1946 wurde die Hochschule als "Technische Universität" neu gegründet. 1959 konnten die heutigen Räumlichkeiten im Gebäude für Berg- und Hüttenwesen am Ernst-Reuter-Platz unter der Leitung von Professor Hugo Strunz (1910-2006) bezogen werden, der fast 30 Jahre lang als Ordinarius für Mineralogie die Mineralsystematik der Sammlung wesentlich erweiterte. Seit 1953 wurden unter Erwerb mehrerer Privatsammlungen ca. 25.000 Stücke neu inventarisiert.

Strunz, 1970; VV der Bergakademie und TH 
ArchivalienVorlesungsverzeichnis der Königlichen Bergakademie zu Berlin
Vorlesungsverzeichnisse der Königlich Technischen Hochschule 
  
Publikationen
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