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Kustodie / Kunstsammlung

Allgemein
BezeichnungKustodie / Kunstsammlung
UniversitätUniversität Leipzig
UniversitätsortLeipzig
Museums- und SammlungsartKulturgeschichte & Kunst
Museums- und SammlungsformSonstige Sammlungsform
SammlungsschwerpunktKunst · Universitätsgeschichte
Externe Links
AdresseUniversität Leipzig
Kunst- und Studiensammlung:
Ständige Ausstellung im Rektoratsgebäude EG
Ritterstraße 26
04109 Leipzig
ÖffnungszeitenStändige Ausstellung: Mo 11-15 Uhr
Kontaktkustodie@uni-leipzig.de
Telefon: +49 (0) 341 97 30170

Prof. Rudolf Hiller von Gaertringen (Kustos)
rudolf.hiller@uni-leipzig.de
Telefon: +49 (0) 341 97 30171

Dr. Simone Tübbecke
simone.tuebbecke@uni-leipzig.de
Telefon: +49 (0) 341 97 30177
BeschreibungAls zentrale Einrichtung ist die Kustodie, gegründet 1972, für die Betreuung des Kunstbesitzes der Universität Leipzig zuständig. Der von der Kustodie verwaltete Kunstbesitz umfasst Werke europäischer Malerei, Skulptur, Graphik sowie Kunsthandwerk des 14. bis 20. Jahrhunderts und reflektiert in vielfältiger Weise die wechselvolle, fast sechshundertjährige Geschichte dieser Universität.

Kunst- und kulturgeschichtlich in vieler Hinsicht bedeutend, verkörpert der Kunstbesitz weniger eine planvoll aufgebaute Sammlung als vielmehr einen historisch gewachsenen Bestand aus universitären Auftragsarbeiten, säkularisiertem Klosterbesitz, Übereignungen, privaten Schenkungen, Künstlernachlässen und sammlungsbezogenen Ankäufen. Die Kustodie nimmt Museumsaufgaben wahr und fungiert aufgrund des engen Bezugs ihrer Sammlung zur Geschichte der „alma mater lipsiensis“ als zentrales „vergegenständlichtes Gedächtnis“ der Universität.

Wo immer möglich werden die Werke an ihren historischen Standorten gezeigt, z. B. in der Universitätsbibliothek, in Institutsgebäuden oder auch den sie umgebenden Freiflächen. Auf dem jüngst umgestalteten innerstädtischen Campus am Augustusplatz wurde jüngst das Kunstkonzept umgesetzt, welches die Rückkehr zahlreicher Kunstwerke an ihren ursprünglichen Ort ermöglichte und dabei in Form von fünf „Erinnerungskomplexen“ die 600-jährige Geschichte der Hochschule erzählt. Kernstück ist hier die Ausstattung der 1968 gesprengten Universitätskirche St. Pauli, wo neben dem spätgotischen Hauptaltar zahlreiche Epitaphien gezeigt werden. In der Kunst- und Studiensammlung im Rektoratsgebäude präsentiert die Kustodie eine Auswahl kunsthistorisch und universitätsgeschichtlich bedeutender Hauptwerke als Dauerausstellung. Flankierend gibt es Sonderausstellungen zur Universitätsgeschichte und zur zeitgenössischen Kunst in der Galerie im Neuen Augusteum, eröffnet im Herbst 2012. Sie ersetzt die einstige Galerie im Hörsaalbau sowie das Ausstellungszentrum im Kroch-Haus, die umbaubedingt 2005 respektive 2007 entfielen. Die mit zahlreichen Restaurierungen verbundene Umsetzung des Kunstkonzepts ist die umfangreichste und wichtigste Aufgabe in der Geschichte der Kustodie und kommt einer Phase dynamischer Entfaltung gleich.

Rudolf Hiller von Gaertringen, 2019 
Stand der InformationenJuli 2015
  
Bestände
Objektgruppen
Stand der ErschließungDie Objekte der Sammlung sind teilweise auf Karteikarten, in Inventarbüchern und in Datenbanken erfasst. Die Erfassungen wurden in den Zeiträumen von 1913 bis 1918, von 1952 bis 1956 und ab 1972 bis heute (Stand: April 2009) durchgeführt. Die Erfassung soll 2012 abgeschlossen sein. Die Digitalisierung der Objekte findet gerade statt und wird fortgeführt. 
Bedeutende Teilbestände
  • Zepterpaar von 1476
  • Rektorsiegel von 1592
  • Holzskulptur des lehrenden Thomas von Aquin (1225-1274)
  • Sammlung von Luther- (1483-1546) und Melanchton- (1497-1560) Bildnissen
  • Sammlung von historischen Stadtansichten
  • Porträtsammlung des 19. Jahrhunderts
  • Sammlung sozialistischer Gegenwartskunst
  • Kunstsammlung der Sporthochschule (DHfK)
  
Geschichte
Ereignisse
  • 1972 Begründung als akademische Sammlung oder Institution
GeschichteHistorisch geht die Universität Leipzig auf die Universität Prag zurück: Nachdem deutsche Professoren, Magister und Studenten aufgrund politischer Benachteiligung von dort in Richtung Sachsen ausgezogen waren, gründeten sie in Leipzig 1409 mit päpstlicher Erlaubnis und landesherrlicher Förderung eine neue Hochschule. Friedrich IV. (1370-1428) und Wilhelm II. (1371-1425) schenkten Immobilien und gewährten das Recht auf Selbstverwaltung und eigene Gerichtsbarkeit.
Viele Aspekte der Universitätsgeschichte sind heute nur mehr in ihrer Kunstsammlung erfahrbar. Von den ursprünglichen Universitätsgebäuden bleibt keine Spur: Die Grundstücke wurden immer wieder neu überbaut. Die ältesten Kollegiengebäude befanden sich zwischen Schlossgasse und Petersstraße, wo der Rat der Stadt bereits vor der offiziellen Gründung den Magistern ein Gebäude zur Verfügung gestellt hatte.
Die Reformation 1539 bescherte der Universität eine räumliche Erweiterung: Im Jahre 1543 schenkte Kurfürst Moritz (1521-1553) das säkularisierte Dominikanerkloster St. Paul südlich der Grimmaischen Straße – heute der Bereich zwischen der Grimmaischen Straße, Universitätsstraße, Augustusplatz und Moritzbastei.
Ab 1830 wurde die Universität Leipzig in eine moderne Landesuniversität umgestaltet.
Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde die Hochschule schnell wiedereröffnet, in der Folge jedoch in eine sozialistische Lehranstalt umgebildet und 1953 in „Karl-Marx-Universität Leipzig“ umbenannt. Entsprechend ist die Kunst des Sozialismus in der Sammlung zahlreich vertreten. Erst im Jahre 1972 wurde der vorhandene Kunstbesitz formell zur Sammlung vereint und der neu gegründeten Kustodie zur Verwaltung anvertraut. Diese ist seither auch für die konservatorischen Belange ihrer Inventarisierung, fachgerechten Aufbewahrung, Pflege und Präsentation sowie für die Betreuung eventuell notwendiger Restaurierungen zuständig.
Zu den großen Vorhaben der kommenden Jahre zählt insbesondere die Restaurierung der notgeborgenen Epitaphien aus der 1968 gesprengten Universitätskirche St. Paul. In diesem Zusammenhang wurde eine erfolgreiche Zusammenarbeit mit der Hochschule für Bildende Künste in Dresden, Fachklasse Restaurierung, etabliert. Es ist wünschenswert, dass dieser kunst- und kulturgeschichtlich bedeutende Epitaphbestand an prominenter Stelle in dem zu errichtenden neuen Aula-Raum am Augustusplatz gezeigt werden kann.

Website der Kustodie