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Kieler Universitätskarzer*

Allgemein
BezeichnungKieler Universitätskarzer*
Besonderer Status*Verloren
UniversitätChristian-Albrechts-Universität zu Kiel
UniversitätsortKiel
Museums- und SammlungsartKulturgeschichte & Kunst
Museums- und SammlungsformKarzer
SammlungsschwerpunktUniversitätsgeschichte
Externe Links
BeschreibungAn der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel gab es bis in die frühen 1920er Jahre einen Karzer - ein studentisches Gefängnis. Erhalten sind nur noch die Karzerbücher mit zahlreichen Illustrationen und einigen Akten. Die Karzerbücher befinden sich in der Universitätsbibliothek und stellen aufschlussreiche Quellen mentalitäts- und kulturgeschichtlicher Art dar. 
Stand der InformationenDezember 2013
  
Bestände
Objektgruppen
Bedeutende Teilbestände
  • Karzerbücher
  
Geschichte
Geschichte"Als achtzehnjähriger folgte Christian Albrecht 1659 seinem Vater und war gewillt, den Wunsch seines Vaters durchzusetzen. Die Wahl des Gottorfer Fürstentums fiel auf Kiel. Die Stadt erklärte sich bereit, der Universität die notwendigen Gebäude zur Verfügung zu stellen und überließ ihr das ehemalige Franziskanerkloster in der Nähe des Marktes. Durch Umbauten, welche die Stadt bezahlte, entstanden vier Hörsäle, ein Sitzungsraum für das Konsistorium, ein Saal für die Bibliothek und Räume für den Konvikt. Später mußte die Stadt noch einen Karzer einbauen. Am 5. Oktober 1665 eröffnete Herzog Christian Albrecht mit einem Festakt in der Nikolaikirche die Universität, welche sich alsbald Albertina Christiana nach ihrem Stifter nannte." So schreibt Klaus Beneke in "Zur Geschichte der Universität Kiel und des Instituts für Anorganische Chemie" über den Beginn des Kieler Universitäts-Gefängnisses.

Dass das Gebäude der Universität ohne Karzer geplant war, ist bereits im 18. Jahrhundert bewiesen worden. Dass der Ruf nach einem Karzer nur wenige Tage nach Eröffnung der Universität erschallte, lag daran, dass bereits am 17. Oktober die erste Freiheitsstrafe ausgesprochen wurde. Dieser erste Karzer befand sich zwischen philosophischen und theologischen Auditorium. Erwähnt werden sollte, dass der Karzer nicht Inventar, sondern Immobiliar war. Deshalb sollte die Stadt Kiel, nicht der Gottorfer Hof, für den Einbau bezahlen.

Im Laufe der nächsten Jahrzehnte ging es aufgrund finanzieller Engpässe mit der Universität bergab, was auch dazu führte, dass das erste Universitätsgebäude zerfiel.

Ein Neubau, der 1768 eingeweiht wurde, hatte bereits in der Bauplanung zwei Karzerlokale im Dachgeschoss, die auch als solche realisiert wurden. Dieser zweite Karzer war ein Jahrhundert lang im Betrieb.

In den Jahren 1873 bis 1876 bekam die Universität ein neues Gebäude, diesmal wieder ohne einen geplanten Karzer. Dies sahen etliche Kritiker als Mangel des Gebäudes, der dann auch schnellstmöglich behoben wurde. Die Universität bekam ihren dritten Karzer. Dieser blieb dann bis zum ersten Weltkrieg in Verwendung. Erst in den 1920er Jahren wurden beide Räume anderen Funktionen zugeführt. 
  
Publikationen
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