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Landesarboretum - Exotischer Garten mit Hohenheimer Landschaftsgarten

Allgemein
BezeichnungLandesarboretum - Exotischer Garten mit Hohenheimer Landschaftsgarten
UniversitätUniversität Hohenheim
UniversitätsortStuttgart
Museums- und SammlungsartNaturgeschichte/Naturkunde
Museums- und SammlungsformBotanischer Garten/Arboretum
SammlungsschwerpunktBiologie · Botanik · Dendrologie · Forstbotanik · Forstwissenschaft · Pflanzenbauwissenschaft
Externe Links
AdresseLandesarboretum der Universität Hohenheim (Exotischer Garten)
Versuchsstation für Gartenbau
Stuttgart-Hohenheim
70599 Stuttgart
ÖffnungszeitenFührungen nach Vereinbarung
Kontaktgartenbau@uni-hohenheim.de

Dipl.-Ing.agr. Rainer Bäßler (Technischer Leiter)
rainer.baessler@uni-hohenheim.de
Telefon: +49 (0) 711 459 230 80

Dr. Robert Gliniars
robert.gliniars@uni-hohenheim.de
Telefon: +4971145922186
BeschreibungDie Flächen des Landesarboretums Hohenheim dienen der Sammeltätigkeit und Darstellung gärtnerisch interessanter Gehölzsortimente und der Bereitstellung von Pflanzenmaterial zu Lehr- und Forschungszwecken verschiedener Universitätseinrichtungen. Das Gesamtbild des Geländes wird durch den alten Baumbestand geprägt, der zum Teil aus der Zeit der ersten Anlage (Gründung 1776) erhalten ist.
Derzeit werden circa 2.460 verschiedene Laub- und Nadelgehölzarten einschließlich ihrer Varietäten und Formen auf rund 16,5 ha Fläche ausgestellt und durch einen Kleingehölzgarten, eine Stauden- sowie eine Rhododendronanlage ergänzt. Der bewusst gärtnerische Schwerpunkt der Anlage spiegelt sich deutlich in Zahlen wieder: Von den aktuell 2.072 verschiedenen Laubgehölzen sind exakt 1.162 Varietäten und Formen; von den 386 verschiedenen Nadelgehölzen sind 275 Varietäten und Formen. Eine ausführliche Online-Datenbank erfasst die Bestände im Einzelnen. Die vor Ort durchgeführten gartenbauwissenschaftlichen Untersuchungen konzentrieren sich auf Zierwerte, Winterhärte, Eignung zur Vergesellschaftung und andere wichtige Eigenschaften.

Die offizielle Bezeichnung des Landesarboretums als „Exotischer Garten mit Hohenheimer Landschaftsgarten“ hat sich erst in der zweiten Hälfte der 1990er Jahre mit der benachbarten Einrichtung des Landschaftsgartens ergeben. Seine 1996 erschlossene Erweiterungsfläche stellt im Grundcharakter einen naturnahen Landschaftsgarten dar. Durch seine Einrichtung ist es möglich geworden, den Exotischen Garten wieder als ursprünglich englischen Landschaftsgarten zu gestalten. Als Leitgehölze dienen im westlichen Bereich bei den Schulen Malus (Zieräpfel), nach Norden zum Botanischen Garten Prunus (Zier-Kirschen, Pflaumen, Mandeln usw.), im Bereich des unteren Hügels mit der Sandsteingalerie im Südosten Crataegus (Weißdorn, Rotdorn). Auf der rückwärtigen Seite des unteren Hügels zur Straße hin wurden am Lärmschutzwall Bepflanzungen mit Wildgehölzen vorgenommen. Die Bepflanzungen in den Randbereichen wurden als raumwirkende Gerüste mit Großbäumen unter Zuordnung von Sträuchern angelegt, als Krautschicht dienen verschiedene Wildstauden. Die verdichteten Gehölzpflanzungen an den drei Rändern gehen über zu offenen Wiesenflächen im mittleren Bereich und zu einer naturnahen Bepflanzung am Bachlauf im Süden.
Die Auspflanzung der wissenschaftlichen Sammlungen wurde sowohl nach ästhetischen als auch nach gestalterischen Gesichtspunkten vorgenommen. Gleichzeitig ergänzen sie das Lehrangebot der natur- und agrarwissenschaftlichen Studiengänge sowie der Hohenheimer Gartenbauschule entscheidend.
Wie auch der Botanische Garten und der Schlosspark ist das Landesarboretum - Exotischer Garten mit Hohenheimer Landschaftsgarten – Teil der „Hohenheimer Gärten“.

Website des Arboretums 
SonstigesEs werden laufend Lehrgänge und Führungen im Rahmen der Erwachsenenbildung angeboten. Gruppen und Vereine haben die Möglichkeit spezielle Termine für Führungen anzufragen. 
  
Bestände
Objektgruppen
Stand der ErschließungDie Objekte sind vollständig in einer Datenbank (https://www.uni-hohenheim.de/gartenbau/datenbank/index.php) erfasst. Die Standorte der Gehölze sind digitalisiert und über einen Online-Lageplan oder über GPS-Daten zu finden.
Zudem gibt es einen gedruckten Katalog: Landesarboretum Baden-Württemberg, Gehölzkatalog, die neueste Auflage ist von Juni 2008. 
Bedeutende Teilbestände
  • Maulbeerwiese: Eichen, Maulbeeren, Pappeln und Schwarz-Kiefern
  • Magnolienwiese: Magnolien, Strauchmispeln und Zier-Kirschen
  • Garbenwiese: Linden, Erlen, Hainbuchen und Roseneibisch
  • Tulpenbaumwiese: Tulpenbäume (1779), Trompetenbäume, Cornus, Buchs
  • Staudenterrasse am Spielhaus: Stauden, Kleingehölze, Eichen, Herzog-Franziska-Platane (1779)
  • Roseneibischwiese: Eschen, Hickorynuss, Roseneibisch und Lorbeerkirschen
  • Kastanienwiese am Japansee: Rosskastanien, Walnussbäume, Eschen und Zaubernüsse, - Kaukasische Flügelnuss mit 21 Stämmen
  • Rhododendronbeet am Römischen Wirtshaus: Rhododendron und andere Moorbeetpflanzen
  • Englische Wiese: Lärchen, Ahorn, Scheinzypressen, und Wacholder
  • Oberes Koniferetum: Fichten, Tannen, Lebensbäume, Eiben und Eichen
  • Buchenwiese: Buchen, Hainbuchen, Ulmen, Birken und Schneeballsträucher, Blutbuche (1799)
  • Mittagswiese am Schäferberg: Kiefern, Zedern, Hickorynüsse und Mammutbäume
  • Birkenwiese: Birken, Rot-Buchen (1780 und 1820), Kiefern und Scheinzypressen, Tulpenbaum (1789)
  • Unteres Koniferetum: Fichten, Tannen, Eichen, Linden und Hemlocktannen
  • Ahornwiese: Ahorn, Tulpenbäume (1779), Scheinzypressen, Eichen (1790), Gelbe Rosskastanie (1799)
  • Kleines Koniferetum am Spielplatz: Zier-Kirschen (Leitgehölz), Buchen und Tannen
  • Kirschenwiese: Zier-Kirschen (Leitgehölz), Trompetenbäume und Spiersträucher
  • Monopteroshügel: Zier-Äpfel (Leitgehölz), Zier-Quitten und Forsythien, Säulen-Hainbuchen
  • Apfelwiese: Zier-Äpfel (Leitgehölz), Eichen, Weigelien und Berberitzen
  • Blumenwiese: Zier-Äpfel, Zier-Kirschen, Amberbäume und Trompetenbäume
  • Ebereschenwiese am Hochbruckgraben: Birken, Ebereschen und Amberbäume
  • Labyrinthwiese: Zier-Kirschen, Birken und Apfelbeeren
  • Rosenhügel mit Sandsteingalerie: Weißdorn (Leitgehölz), Ahorn, Hartriegel und Rosen, Krimlinden
  • Körschwiese: Zier-Äpfel (Leitgehölz), Weiden, Eschen und Ulmen
  
Geschichte
Ereignisse
  • Zwischen 1776 und 1793 Begründung als akademische Sammlung oder Institution
Personen
GeschichteDer Ursprung des Landesarboretums geht auf das 18. Jahrhundert zurück. In den Jahren 1776 bis 1793 wurde unter Herzog Carl Eugen von Württemberg (1728-1793) begonnen, ein rund 21 ha großes Gelände südwestlich des Hohenheimer Schlosses in einen Englischen Landschaftspark umzuwandeln. Ausgestattet mit etwa 60 Gebäuden und Monumenten diente dieses „Dörfle“ zunächst dem Herzog und seiner damaligen Favoritin Franziska von Leutrum (1748-1811), spätere Reichsgräfin von Hohenheim, zum Aufenthalt in Mußestunden oder bei Festlichkeiten. Innerhalb des Landschaftsgartens setzte der Herzog zwei pflanzengeographische Schwerpunkte: Neben einem "Garten worin alle württembergischen Pflanzen befindlich sind" richtete er ebenfalls einen "Amerikanischen Garten" mit einem Bestand an nordamerikanischen Gehölzen ein. Bereits 1783 zählte die botanische Sammlung 1.200 Gehölzarten einschließlich der Varietäten und Formen und bildete die zu dem Zeitpunkt reichste und vollständigste Sammlung ausländischer Bäume und Sträucher in Deutschland.

Nach dem Tod von Herzog Karl Eugen im Jahr 1793 wurde die Anlage der Öffentlichkeit zugänglich gemacht, die Gebäude nach und nach abgetragen. In den Vordergrund stellte sich eine neue Nutzung des Gartens: Der größte Teil wurde zur "exotischen Landesbaumschule" umgewandelt. Neben der Prüfung fremdländischer Gehölze für die heimische Forstwirtschaft und der Anzucht von Jungpflanzen für die herzoglichen Anlagen diente der Garten bald schon den botanischen Studenten der vor Ort ansässigen Land- und Forstwissenschaftlichen Akademie. Mitte des 19. Jahrhunderts wurde der Garten durch Gebietsverluste stark eingeengt. In den Jahren 1930/31 wurde die Baumschule abgeräumt und der Garten wieder dem ursprünglichen Zustand angenähert. Auch in Zeiten veränderter Nutzung tastete man den alten Baumbestand aus der Anfangszeit nicht an, so dass heute noch einzelne imposante Gehölzexemplare, gepflanzt in den Gründungsjahren, erhalten sind.
1953 wurde der sogenannte Exotische Garten zum Landesarboretum von Baden-Württemberg erhoben und 1974 der neu gegründeten Versuchsstation für Gartenbau der Universität Hohenheim unterstellt. Eine Erweiterung des Geländes wurde in den frühen 1990er Jahren beschlossen und ab 1994 intensiv betrieben. Nachdem in räumlichem Zusammenhang zum Exotischen und zum Botanischen Garten auf einer ehemaligen Ackerfläche und einer Wiese ein Areal von circa 7,2 ha erschlossen werden konnte, bemisst das Gelände nun insgesamt 16,5 ha. Erste Baumbepflanzungen erfolgten im Dezember 1997 und im Frühjahr 1998.

Website des Arboretums 
  
Publikationen
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